Aus für ″Roseanne″ nach rassistischem Tweet | Kultur | DW | 30.05.2018
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Rassismus

Aus für "Roseanne" nach rassistischem Tweet

Sie unterstützt Donald Trump und gibt sich meinungsfreudig. Jetzt hat der Sender ABC nach einem rassistischer Tweet ihre Sitcom abgesetzt. Roseanne Barr verschwindet mit ihrer Serie vom Bildschirm.

Roseanne Barr hat noch nie ein Blatt vor den Mund genommen: Sie machte keinen Hehl aus ihrer Haltung gegenüber der Regierung von Ex-Präsident Barack Obama. Sie unterstützte engagiert den Wahlkampf von Donald Trump, der sich dafür bei ihr via Twitter bedankte. Doch nach einem - inzwischen gelöschten - Tweet, in dem sie die afroamerikanische ehemalige Obama-Beraterin Valerie Jarrett rassistisch beleidigte, zog der US-Sender ABC die Konsequenzen und verkündete, ebenfalls in den sozialen Netzwerken, die Zusammenarbeit mit Roseanne Barr zu beenden. Trotz bester Quoten.

"muslim brotherhood & planet of the apes had a baby=vj" hatte Roseanne Barr getwittert. Übersetzt: "Hätten die Muslimbruderschaft und Planet der Affen ein Baby, würde es aussehen wie Valerie Jarrett". Die US-Amerikanerin Jarrett wurde in Iran geboren, ihr Vater ist afroamerikanischer Abstammung. Barr hatte sich zunächst für ihren "schlechten Witz", der Ausdruck von "schlechtem Geschmack" sei, entschuldigt. 

Doch kurz danach twitterte sie, sie fühle sich zu Unrecht so hart bestraft.

Ihre Bemerkung über Valerie Jarrett war eine Beleidigung zu viel. Denn es ist nicht der erste Tweet von Roseanne Barr, indem sie sich anti-semitisch äußerte. Die "Washington Post" schreibt in ihrer aktuellen Onlineausgabe, dass Barr eine lange Historie von "giftigen und konspirativen" Äußerungen habe.  

In einem früheren Tweet attackierte sie den jüdischen Multimillionär George Soros, dem sie unterstellte, während des Zweiten Weltkriegs jüdischen Besitz unterschlagen zu haben. 

Nicht der erste "schlechte Witz"

In den sozialen Netzwerken muss Roseanne Barr jetzt viel Häme über sich ergehen lassen. Die Darstellerin selbst, die vorhatte, sich von Twitter zurückzuziehen, retweetet indes Nachrichten ihrer Follower munter weiter. Eine ihrer letzten Handlungen im Netz: Sie verbreitete eine Fotomontage, in denen Fotos von Präsident Donald Trump denen von Affen gegenüber gestellt wurden. Auch ein Bild von Valerie Jarrett neben einer Figur aus "Planet der Affen" taucht auf. Barrs Anmerkung lässt keine Einsicht erkennen. Sie fragt: "Das ist okay, aber das nicht?" 

so/ka (AFP/Twitter)