Aufpasser für die Deutsche Bank | Wirtschaft | DW | 24.09.2018
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Bankenaufsicht

Aufpasser für die Deutsche Bank

Die Finanzaufsicht greift zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Um Geldwäsche zu verhindern, schickt sie der Deutschen Bank einen Sonderaufpasser ins Haus. Das gab es noch nie.

Die Finanzaufsicht fordert von der Deutschen Bank mehr Anstrengungen im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Deutschlands größtes Geldhaus sei am 21. September angewiesen worden, "angemessene interne Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und allgemeine Sorgfaltspflichten einzuhalten", teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am Montag mit.

Zur Überwachung der angeordneten Maßnahmen werde bei der Deutschen Bank ein Sonderbeauftragter eingesetzt. "Es ist das erste Mal, dass die BaFin eine solche aufsichtliche Maßnahme bei einer Bank im Bereich der Geldwäscheprävention anordnet", hieß es in einer Mitteilung der Behörde.

Die Deutsche Bank teilte mit, sie stimme mit der BaFin darin überein, dass Prozesse zur Identifizierung von Kunden in der Bank verbessert werden müssten.

"Die Bank arbeitet gemeinsam mit der Finanzaufsicht und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG als Sonderbeauftragter daran, die regulatorischen Anforderungen schnellstmöglich und im vorgegebenen Zeitrahmen zu erfüllen", so die Deutsche Bank.

Vom Risikomanager zum Anti-Geldwäschebeauftragten

Das Institut hat erst vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass es einen Ersatz für seinen bisherigen obersten Anti-Geldwäschebeauftragten gefunden hat: Stephan Wilken arbeitet seit 24 Jahren als Risikomanager für das größte deutsche Geldhaus.

Wilkens Vorgänger Philippe Vollot geht zu der von einem Geldwäsche-Skandal erschütterten dänischen Danske Bank und zieht dort in den Vorstand ein.

Auf Wilken wartet viel Arbeit: So funktionieren die Geldwäschekontrollen bei dem Institut trotz einiger Fortschritte noch längst nicht so, wie es sich die Bank selbst wünscht. Beispielsweise gibt es nach wie vor Probleme bei der Identifizierung von Kunden - einer wichtigen Voraussetzung, um Geldwäsche-Fälle aufzudecken und sie dann effizient verfolgen zu können.

bea/ul (reuters, dpa)