Aufladen im Schokoladenladen | Sprachbar | DW | 16.09.2015
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Sprachbar

Aufladen im Schokoladenladen

Wem ist das nicht schon mal passiert? Ein Wort lässt einen nicht mehr los. Eigentlich nur ein paar harmlose Buchstaben. Doch plötzlich ist es überall und bestimmt den ganzen Tag …

Audio anhören 07:07

Aufladen im Schokoladenladen – die Folge als MP3

Ich wache am Morgen auf und alles ist dunkel. So ein Mist: Schon wieder klemmen die Rollladen. Dann hat der Wind auch noch meinen mediterranen Fensterladen zugeweht. Ich schau aufs Handy, wie spät ist es? Doch auch dort biblische Finsternis. Vergessen aufzuladen! Und das heute! Wo ich doch diese dämliche Vorladung habe! Zeugenaussage bei der Polizei, weil ich einen Ladendiebstahl beobachtet habe … Da muss man hingehen – und ich habe verschlafen!

Geladen im Saftladen

Eine Kneipe voller Menschen

Dieser Laden ist ganz schön angesagt ...

Na ja, das hat man dann davon. Gestern Abend, das war einfach zu viel. Mann, hatte ich geladen. Das hätt’ ich nicht machen sollen, denn als ich am Ende dann meinen Deckel bezahlt habe, musste ich feststellen, dass ein Bier hier fünf Euro kostet. So ein Saftladen!

Aber das war schon ‘ne wilde Party in diesem angesagten Laden in der Altstadt. Vor allem diese Mädels vom Junggesellinnenabschied. Die zukünftige Braut hatte einen Bauchladen mit Kondomen und Feuerzeugen. Damit die Arme ein bisschen feiern konnte, habe ich ihr was abgekauft.

Hosenladen und Bäckerladen

Also gut, los geht’s: Erst mal die Schubladen nach einem Ladegerät durchsuchen. Dann zum Bäcker. An der Ladentheke herrscht großes Gedränge. Mein Gott, gibt’s hier was umsonst?! Die laden sich ja ihre Tüten mit Brötchen voll! Also, mit den Brötchen wieder nach Hause. Aber, wie peinlich. Ich war mit offenem Hosenladen beim Bäcker. Zum Glück niemandem aufgefallen! Egal, nun erst mal einen „Lade Macchiato“ – Verzeihung, kleiner Scherz, der sich aufdrängt – und eins von diesen unwiderstehlichen Marmeladencroissants.

Bildausschnitt des Oberteils einer bayerischen Lederhose, bei der der Hosenschlitz geöffnet werden kann

Ein echt bayerischer Hosenladen

Da fällt mir ein: Ganz vergessen, meinen Chef anzurufen. Bin ja heute später. Aber egal. Irgendwann werde ich den Laden übernehmen. Und dann muss der mich anrufen! Also, noch mal den Brief von der Polizei anschauen. Vorladung für heute 11.30 Uhr ins Polizeipräsidium. Na ja, das schaffe ich noch. Doch was sehe ich da im Briefkasten: zwei neue, höchst offiziell aussehende Schreiben von der Polizeidirektion. Habe ich den Termin doch verpasst?

Vorladungen und Umladungen

Das erste hat den Betreff: Abladung. Was ist das denn? Ach so, der Termin fällt aus. Und das zweite? Umladung. Wie bitte? Aha, der Termin ist also nur verschoben. Auf nächste Woche. Nochmal Glück gehabt. Also dann, auf ins Büro.

Unterwegs eine große Zeitungsschlagzeile: „Die Wahrheit über bin Laden“. So ein Quatsch! Irgendwie verfolgt mich dieses Wort. Das muss an meiner Arbeit liegen. Ich schreibe gerade einen Artikel über den Begriff „Laden“. Am Schreibtisch angekommen, zunächst der obligatorische Blick ins Lexikon. Demnach hat dieses ganze Durcheinander mit einem Brett angefangen.

Aufladen und herunterladen

Jemand trägt ein Tablett mit einem Teller und mehreren kleinen Schüsseln

In der Kantine werden die Tabletts vollgeladen

Im Mittelhochdeutschen war „lad“ das Brett, auf dem ein Händler seine Waren angeboten hat. Er hat sie sozusagen auf das Brett geladen, um sie dem Kunden zeigen zu können. Tja, da hätten wir dann auch die Bedeutung des Verbs. Doch da naht sie schon, die Mittagspause. Heute hat mich ein Kollege zum Essen eingeladen. Wir laden unsere Tabletts voll mit Rouladen und Schokoladenpudding und essen genüsslich.

Bevor wir uns vorstellen, dass der Chef mit geladener Waffe hinter uns stehen könnte, weil wir zu lange Pause machen, geht’s zurück an den Schreibtisch. Nutzt aber nichts, denn der Rechner geht nicht mehr. Er hat eigenmächtig mit dem Herunterladen eines furchtbar wichtigen Updates begonnen. Also gut, zurück zu analoger Technik und nochmal das Lexikon aufgeklappt.

Ladenschluss im Tante-Emma-Laden

Eine Frau steht in ihrem kleinen Einkaufsladen

Tante-Emma-Läden sind fast ausgestorben

Da lese ich weiter, was es mit dem Laden im Einzelnen und Besonderen auf sich hat. Etwa, dass es ihn in verschiedenen Größen gibt. Der kleinste ist der Kiosk. In den kann man manchmal nicht einmal hineingehen. Der heißt auch Trinkhalle, im Ruhrgebiet Bude, in Köln Büdchen, in Frankfurt Wasserhäuschen und in Berlin Späti, abgeleitet von Spätverkauf. Man bedenke, so lange ist es noch nicht her, dass in Deutschland Läden bis Mitternacht geöffnet haben dürfen.

Dann folgt der legendäre Tante-Emma-Laden. Der starb allerdings mit dem Siegeszug der Discountläden in den 1970er-Jahren aus. Dafür haben wir heute den Onkel-Mehmet-Laden. Der ist ebenfalls klein, wird aber von Migranten betrieben. Den eigentlichen Tante-Emma-Laden, in dem die Ware noch ohne Verpackung in Säcken, Kisten, Schubladen und Fässern lag, gibt es heute vor allem als Spielzeug. Dann heißt er Kaufladen oder Kaufmannsladen.

Plattenladen und Kinderladen

Ein Mann steht mit Kopfhörern auf dem Kopf hinter einer Ladentheke, davor stehen alte Musikanlagen und Schallplatten in Kartons

Ein Relikt aus alten Zeiten: ein Plattenladen

Der Raum, in dem sich ein Laden befindet heißt Ladenlokal. Wenn mehrere Läden nebeneinanderliegen, ist das eine Ladenzeile. Dort finden wir den Fahrradladen, den Metzgerladen, den Kinderladen … Huch, was ist das denn? Kann man da Kinder kaufen? Nein, das ist ein Überbleibsel aus der Zeit der antiautoritären Erziehung. Dort werden Kinder betreut. Und „Kindergarten“ klang den Eltern, die solche Kinderläden gegründet haben, einfach zu bürgerlich.

Auch fast schon Vergangenheit ist der Plattenladen. Kann sich hierzulande überhaupt noch jemand daran erinnern, wie aufregend das damals war, in den Plattenladen zu gehen und in den Regalen mit LPs zu stöbern?! Dort vielleicht eine Rarität zu finden oder den Ladenbesitzer dazu zu bringen, ein Album aus London zu importieren! Heute laden wir die Musik einfach herunter – und können uns gar nicht entscheiden im virtuellen Musikladen mit seinen 35 Millionen Titeln …

Nur keine Ladehemmungen bitte!

Aber ich werde sentimental. Wird Zeit, dass der Computer wieder hochfährt. Doch der hat immer noch Ladehemmungen – wie manchmal auch der eine oder andere begriffsstutzige Kollege. Endlich: alles fertig geladen – und da kommt sie, die erste E-Mail. Natürlich von meinem Chef. Was der wohl wieder bei mir abladen will? Was? „Laden“ wäre nicht so interessant, ich solle mir einen anderen Begriff überlegen? Also wirklich, manchmal fühle ich mich ganz schön verladen von dem.




Arbeitsauftrag
Es gibt in diesem Text mehrere Wortfelder, in denen der Begriff „Laden“ verwendet wird. Findet in eurer Lerngruppe heraus, wie viele und welche das sind. Sucht anschließend nach den Begriffen, die nichts mit den verschiedenen Bedeutungen von „Laden“ zu tun haben. Begründet kurz, warum.

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