Audi-Chef Stadler muss endgültig gehen | Wirtschaft | DW | 02.10.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Abgasskandal

Audi-Chef Stadler muss endgültig gehen

Die Entscheidung war erwartet worden: Der VW-Konzern trennt sich endgültig vom Chef seiner Tochter Audi. Stadler sitzt seit Anfang Juni in Untersuchungshaft wegen Betrugsverdacht im Zusammenhang mit dem Abgasskandal.

Der Volkswagen-Konzern trennt sich von Audi-Chef Rupert Stadler. Stadler scheide mit sofortiger Wirkung aus den Vorständen von VW und Audi aus. Der Aufsichtsrat des Mutterkonzerns Volkswagen habe dem Abschluss einer Vereinbarung mit Stadler zur Beendigung seiner Ämter als Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG und als Vorstandsvorsitzender der Audi AG sowie seiner Dienstverträge zugestimmt, teilte der Konzern am Dienstag mit. "Herr Stadler scheidet mit sofortiger Wirkung aus den Unternehmen aus und ist nicht mehr für den Volkswagen-Konzern tätig."

Hintergrund sei, dass der beurlaubte Manager wegen seiner andauernden Untersuchungshaft nicht in der Lage sei, seine Aufgaben als Vorstandsmitglied zu erfüllen und sich stattdessen auf seine Verteidigung konzentrieren wolle. Die vertragliche Abwicklung sei an den Verlauf und den Ausgang des Strafverfahrens geknüpft.

"Einvernehmliche Trennung"

Die Trennung erfolge einvernehmlich, die entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden. Das Angebot habe schon länger vorgelegen, allerdings habe der Aufsichtsrat dieses ausführlich rechtlich prüfen lassen. Stadler war im Juni wegen Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr im Zusammenhang mit dem Abgasskandal verhaftet worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Die Audi-Mutter Volkswagen hatte Stadler daraufhin beurlaubt. 

An seiner Rückkehr auf den Chefposten bei der VW-Tochter und in den Konzernvorstand hatte in der Branche auch nach einer möglichen Haftentlassung niemand gerechnet. Audi wird zurzeit kommissarisch von Vertriebschef Bram Schot geführt.

Mit der Vereinbarung seien theoretische Zahlungsansprüche Stadlers in zweistelliger Millionenhöhe ausgeschlossen worden, hieß es in informierten Kreisen weiter. Er bekomme als Sofortzahlung deutlich weniger als eine Million Euro. Der Rest zur Abwicklung künftiger Ansprüche für die verbleibende Laufzeit der Dienstverträge werde erst ausgezahlt, wenn die Strafverfahren in Deutschland ohne Verurteilung beendet seien.

hb/jj   (dpa, rtr)

Die Redaktion empfiehlt