Auch Pakistans Parteien bereit zum Dialog mit den Taliban | Aktuell Asien | DW | 09.09.2013
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Aktuell Asien

Auch Pakistans Parteien bereit zum Dialog mit den Taliban

Das jahrelange Blutvergießen soll ein Ende haben: Ein breites Spektrum pakistanischer Parteien stellte sich nun hinter die Pläne von Premier Sharif, mit den Radikalislamisten in den Stammesgebieten zu verhandeln.

Der Dialog müsse beginnen, um "mit dem eigenen Volk in den Stammesgebieten" zu Friedensverhandlungen zu kommen, hieß es in der Verlautbarung nach dem Treffen in der Residenz von Ministerpräsident Nawaz Sharif in Islamabad. Geladen waren einflussreiche politische Führer, Repräsentanten der großen Parteien, Vertreter der Armee und des Geheimdienstes. Auch im Zeichen des Rückzugs der ausländischen Truppen aus dem benachbarten Afghanistan wurde bei der Allparteienkonferenz eine neue Strategie gegenüber den pakistanischen radikalislamischen Taliban vereinbart.

Anschlag auf NATO Lkw-Tanker in Pakistan (foto: picture alliance)

Auch der Nachschub der NATO-Truppen war immer wieder Ziel der Moslem-Extremisten

Aufgezwungen von den Amerikanern?

Der Regierung wurde aufgefordert, alles Notwendige zu tun, um mit "allen Interessengruppen" Verhandlungen aufnehmen zu können. Die Erklärung von Islamabad lässt durchblicken, dass man den Krieg gegen die Extremisten im Nordwesten des Landes auch als Folge der US-Invasion am Hindukusch sieht. Die permanenten Drohnenangriffe der US-Truppen gegen Extremisten in der Region werden einhellig verurteilt.

Sharif hatte nach seiner Wahl im Juni angekündigt, statt der Militäroperationen gegen die pakistanischen Taliban auf Gespräche mit den Aufständischen zu setzen. Nach offiziellen Angaben sind in Pakistan den Angriffen und Terroranschlägen von Taliban und der Al-Kaida nahestehenden Gruppen schon mindestens 40.000 Menschen zum Opfer gefallen.

Hand zum Frieden gereicht

Mehrfach war Sharifs Angebot ausgeschlagen worden. Am Montag kam aber eine positive Reaktion von einer Dachorganisation, der "Tehreek-e-Taliban Pakistan" (TTP). Erstmals habe die Regierung einen "ernstzunehmenden" Vorschlag gemacht, sagte der TTP-Sprecher Shahidulla Shadid. Man werde in den nächsten Tagen in der Führung darüber beraten.

Die Ankündigungen über eine neue Strategie gegenüber den einheimischen Taliban kam am Tage der Vereidigung des neuen Staatschefs Mamnoon Hussain. Der 73-jährige Geschäftsmann leistete seinen Amtseid vor dem Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, Iftikhar Muhammad Chaudhry. An der kurzen Zeremonie nahm auch Hussains am Sonntag aus dem Amt geschiedener Vorgänger Asif Ali Zardari teil.

SC/mm (APE, afpe, dpae)