Außenminister dringen auf atomare Abrüstung | Aktuell Welt | DW | 05.07.2021
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Stockholm-Initiative

Außenminister dringen auf atomare Abrüstung

Die Menge der Atomwaffen weltweit würde wohl mehrfach ausreichen, um die Menschheit zu vernichten. Dennoch gab es lange keine Fortschritte bei den Abrüstungsbemühungen. Nun könnte wieder Bewegung in die Sache kommen.

Spanien Besuch Außenminister Heiko Maas

Außenminister Maas und seine spanische Kollegin Gonzalez (Archiv)

Vor einem Treffen zur nuklearen Abrüstung an diesem Montag in Madrid haben Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sowie seine Kolleginnen aus Spanien und Schweden alle Atommächte dazu aufgefordert, ihre entsprechenden Arsenale deutlich zu verringern. "Hierzu könnte zählen, die Rolle von Kernwaffen in ihren Strategien und Doktrinen herabzustufen, das Risiko eines Konflikts und eines versehentlichen Kernwaffeneinsatzes zu senken, die Kernwaffenbestände weiter zu verringern und den Grundstein für eine neue Generation von Rüstungskontrollvereinbarungen zu legen", schreiben Maas, Arancha González Laya und Ann Linde in einem Gastbeitrag für die "Rheinische Post". Anlass ist das Treffen der sogenannten Stockholm-Initiative für Nukleare Abrüstung.

16 Länder ziehen an einem Strang

"Wir müssen Kernwaffentests ein für alle Mal beenden, indem wir den Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen endlich in Kraft setzen", heißt es weiter in dem Text. In der Stockholm-Initiative haben sich 16 Länder zusammengeschlossen, um auf diesem Gebiet endlich mehr zu erreichen. 

Biden und Putin 

Nach dem Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und dem russischen Staatschef Wladimir Putin Mitte Juni sind die Hoffnungen auf Fortschritte wieder gewachsen. Die beiden größten Atommächte der Welt hatten Gespräche über nukleare Abrüstung vereinbart.

Infografik nukleare Sprengköpfe weltweit 2020 DE

Dies alles geschieht vor einem Hintergrund, der Sorgen bereitet: Führende Friedensforscher sehen Anzeichen für eine beunruhigende Trendwende in den weltweiten Beständen an Atomwaffen. Zwar ging die Gesamtzahl der atomaren Sprengköpfe weiter zurück, wie aus dem Mitte Juni veröffentlichten Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI hervorgeht. Nach Schätzungen gibt es davon nun noch etwa 13.080. Allerdings sind mehr Atomwaffen einsatzbereit als noch vor einem Jahr.

ml/wa (dpa, rtr)

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