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Atomwaffen-Infos in Trumps Villa?

7. September 2022

Die Razzia in Privaträumen eines Ex-Präsidenten ist in den USA ohne Beispiel. Doch die Ermittler hatten wohl gute Gründe dafür. Womöglich hat Trump sogar hochsensible Atomwaffen-Informationen mit nach Hause genommen.

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USA Das Mar-a-Lago von US-Präsident Donald Trump
Ein Hort geheimer Dokumente: Das Trump-Anwesen Mar-a-Lago in Palm BeachBild: Steve Helber/AP Photo/picture alliance

Ex-US-Präsident Donald Trump soll nach dem Ausscheiden aus seinem Amt selbst hochsensible Geheimdienstdokumente in seiner Villa aufbewahrt haben. Darunter befinde sich auch streng geheimes Material zu den Atomwaffen eines anderen Staates, berichtet die "Washington Post". Um welchen Staat es sich handelt, geht aus dem Zeitungsbericht nicht hervor.

Bei der Durchsuchung des Trump-Anwesens Mar-a-Lago Anfang August hätten die Ermittler Dokumente beschlagnahmt, die derart sensibel und üblicherweise so gut geschützt seien, dass selbst viele hochrangige nationale Sicherheitsbeamte keinen Zugang dazu hätten, schreibt das Blatt. Nur der Präsident und manche Kabinettsmitglieder könnten andere Regierungsvertreter ermächtigen, Einzelheiten daraus zu erfahren. Bei einigen geheimen US-Operationen seien nur ein paar Dutzend Menschen im gesamten Regierungsapparat berechtigt, überhaupt von deren Existenz zu erfahren. Unterlagen dazu würden üblicherweise in gesicherten Einrichtungen aufbewahrt, unter Aufsicht eines Kontrollbeamten.

 

CPAC-Konferenz in Texas | Donald Trump
Der ehemalige US-Präsident Donald TrumpBild: Brandon Bell/Getty Images/AFP

Die "Post" hatte bereits kurz nach der Razzia bei Trump berichtet, die Bundespolizei FBI habe auch Geheimdokumente über Atomwaffen gesucht. Trump hatte das als "Schwindel" bezeichnet. Bei der Durchsuchung waren mehr als 11.000 Regierungsdokumente und Fotos sichergestellt worden, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Bekannt ist, dass sich darunter mehr als 100 vertrauliche Dokumente befanden, die teils den höchsten Geheimhaltungsstufen unterlagen. Da Trump die Papiere nach seiner Amtszeit in seinem privaten Anwesen aufbewahrte, könnte er gegen das Gesetz verstoßen haben. Das wird nun untersucht.

Bereits im Mai hatte das FBI 15 Kisten mit Dokumenten überprüft, die Trump nach langem Drängen aus Mar-a-Lago an das Nationalarchiv übermittelt hatte. Die Beamten fanden darin 184 vertrauliche Dokumente verschiedener Geheimhaltungsstufen. Auf rechtliche Anordnung hin übergab Trumps Team dem FBI kurz darauf weitere 38 vertrauliche Dokumente, darunter 17 mit der Kennzeichnung "streng geheim". Insgesamt geht es also mindestens um mehr als 300 eingestufte Dokumente, die Trump bei sich aufbewahrte.

rb/fw (dpa, Reuters)