Ata, Ötzi und Tutanchamun: Die Faszination der Mumien | Lebensart | DW | 23.03.2018
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Lebensart

Ata, Ötzi und Tutanchamun: Die Faszination der Mumien

Sie erzählen von vergangenen Zeiten und zeugen von dem Wunsch, in Erinnerung zu bleiben. Wir verraten Ihnen, was es mit der Mumifizierung auf sich hat und zeigen Ihnen einbalsamierte Tote, die weltberühmt wurden.

In der Serie "Akte-X" jagen zwei FBI-Agenten Außerirdische. Doch in der Realität könnten Mulder und Scully jetzt wieder einpacken: Der 2003 in der chilenischen Atacama-Wüste entdeckte Körper war kein Alien, wie viele Menschen lange geglaubt hatten. Forscher stellten nun fest, dass es sich sich um ein weibliches Frühchen mit genetischen Mutationen handelt. Durch die prägnante Kopfform ähnelt die Mumie allerdings einem Außerirdischen - zumindest einem, wie wir ihn uns vorstellen.

"Man verwechselt sie häufig"

Es ist alles andere als leicht, derartigen Funde wissenschaftlich einzuordnen. Eine in der St. Petersburger Eremitage gelagerte Mumie hielten die Forscher zum Beispiel lange Zeit für eine Sängerin aus dem Alten Ägypten. Tatsächlich war es ein kastrierter Mann. Die Erklärung des Leiters der Abteilung für den Alten Orient war immerhin einleuchtend: "Die eingewickelten Mumien ähneln sich, und man verwechselt sie häufig." Auch die Todesursachen sind häufig viel weniger spektakulär als zunächst angenommen: So ergaben aufwendige und langjährige Untersuchungen, dass Tutanchamun nicht ermordet wurde. 

Die Maske des altägyptischen Pharaos Tutanchamun

Die Maske von Pharao Tutanchamun

Mumie ist nicht gleich Mumie

Allgemein gilt als Mumie, wer nach dem Tod von der Verwesung verschont bleibt; unterschieden wird dabei zwischen Mumifizierung und Mumifikation. Ersteres bezeichnet ein künstliches Verfahren, das zweite einen natürlichen Prozess. Entscheidend ist in beiden Fällen, die vor allem durch Bakterien bewirkte Zerstörung des Weichgewebes zu unterbinden.

Beim künstlichen Prozess werden die inneren Organe entfernt. Im Alten Ägypten stopfte man die leere Bauchhöhle anschließend mit Kräutern aus. Zur Einbalsamierung war Natron das Mittel der Wahl, weil es dem Körper Flüssigkeit entzog. Nachdem der Leichnam mit parfümierten Ölen eingerieben wurde, wickelte man ihn in Leinenbinden. In anderen Gegenden kamen auch Ziegenfelle zur Anwendung. Heute sind bei der Einbalsamierung Formalinlösungen gängig.

Kälte und Hitze halten Bakterien in Schach

Filmstill; Der Steinzeitmann Ötzi (Jürgen Vogel) steht auf einem schneebedeckten Berg

Ötzi im Film: So soll der Steinzeitmann ausgesehen haben

Beim natürlichen Prozess mumifiziert sich der Körper quasi im Alleingang: Bei anhaltender Kälte oder trockener Hitze können die den Körper zersetzenden Bakterien nicht arbeiten, er bleibt also weitgehend erhalten. Das wohl bekannteste Beispiel einer Mumifikation ist die Eismumie Ötzi.

Eine Spezialdisziplin ist die nicht zur Nachahmung zu empfehlende Selbstmumifizierung bei lebendigem Leib: Anhänger einer buddhistischen Strömung in Japan sahen darin einen Weg ins Nirwana.  

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