Assad droht mit regionalem Krieg | Aktuell Nahost | DW | 03.09.2013
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Aktuell Nahost

Assad droht mit regionalem Krieg

Syriens Machthaber Assad setzt weiter ganz auf eine harte Linie. Der Nahe Osten sei ein "Pulverfass", das im Falle eines Militärangriffs des Westens gegen sein Land explodieren werde.

Die feindselige Haltung Frankreichs werde Folgen haben, speziell auch für die französischen Interessen: Der syrische Staatschef Baschar al-Assad nutzte das Pariser Blatt "Le Figaro", um seine Beschimpfungen loszuwerden. Der Nahe Osten sei ein Pulverfass, und das Feuer komme näher. "Alle werden die Kontrolle über die Lage verlieren, sobald das Pulverfass hochgeht", drohte Assad dem Westen. Chaos und Extremismus würden sich verbreiten, es bestehe die Gefahr eines regionalen Krieges. "Jeder, der zur finanziellen oder militärischen Stärkung von Terroristen beiträgt, wird zum Feind des syrischen Volkes" warnte der Präsident beim "Figaro"-Interview in Damaskus.

Syriens Präsident Baschar al-Assad beim Figaro-Interview in Damaskus (foto: reuters/SANA)

Präsident Assad beim "Figaro"-Interview: Niemand weiß, was nach einem Militärschlag passieren wird

Klar ist: Frankreich hat die syrischen Rebellen seit Beginn des Aufstands vor zweieinhalb Jahren unterstützt. Die Pariser Regierung fürchtet, dass die Gewalt in Syrien auf den Libanon übergreifen könnte. Dort leben rund 20.000 Franzosen, und viele französische Firmen machen im Libanon Geschäfte.

Und: Frankreich ist das einzige Land, das den USA weiter Unterstützung für einen Militärschlag zusichert.

Frankreich legt neue Belege für Giftgas-Einsatz vor

Die französischen Geheimdienste untermauerten mit einem Bericht zum mutmaßlichen Giftgaseinsatz ihre Vorwürfe gegen das Regime in Damaskus. Dort heißt es, nur die syrische Armee, nicht aber die Rebellen, seien zu einem Chemiewaffeneinsatz in der Lage gewesen. "Der Angriff vom 21. August kann nur vom Regime angeordnet und ausgeführt worden sein. "

In Syrien Opfer des mutmaßlichen Nervengaseinsatzes in Ghouta (foto: dpa)

Auch der Bundesnachrichtendienst soll Hinweise auf einen Giftgaseinsatz des Assad-Regimes haben

Außerdem gebe es Satellitenbilder, die zeigten, dass die Anschläge aus Gebieten heraus geführt worden seien, die die Regierung kontrolliert habe. Es sei von dort gezielt auf Rebellen geschossen worden. Assads Armee habe dann genau diese Gebiete bombardiert, um Beweise für einen Einsatz von Chemiewaffen zu vernichten.

Gingen Assad die Nerven durch?

Wie es heißt, soll auch der Bundesnachrichtendienst (BND) Belege dafür haben, dass Assad den Giftgaseinsatz angeordnet hat. Wie "Spiegel Online" berichtet, hörte der BND ein Gespräch zwischen einem hochrangigen Vertreter der libanesischen Hisbollah-Miliz und der iranischen Botschaft ab. Die Hisbollah unterstützt die syrische Führung. Der Vertreter der Miliz soll dabei den Befehl zum Giftgaseinsatz durch die Führung eingeräumt haben. Assad seien die Nerven durchgegangen, mit dem Befehl habe er jedoch einen Riesenfehler gemacht, soll dieser gesagt haben.

haz/SC (rtr, afp,dpa)

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