Asociación de Profesores de Alemán en Colombia (APAC) | Porträts der IDV-Lehrerverbände | DW | 07.05.2019
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Porträts Lehrerverbände

Asociación de Profesores de Alemán en Colombia (APAC)

In Kolumbien findet das Leben vor allem in den urbanen Zentren statt. Auch Deutschkurse findet man eher in den Städten. Die Deutschlehrer im ganzen Land zu erreichen, ist eine große Herausforderung für den Verband.

Elisabeth Guerrero ist keine Latina, auch wenn ihr Name so klingt: Die Österreicherin ist vor über 20 Jahren nach Kolumbien gezogen. Trotzdem bleibt die Schatzmeisterin des kolumbianischen Deutschlehrerverbands der deutschen Sprache treu. Als wir sie anrufen, sitzt sie gerade im Büro ihres deutschen Sprachinstituts.

Deutsche Welle: Frau Guerrero, Sie leiten ein eigenes privates Sprachinstitut für Deutsch. Ist das in Kolumbien eher die Regel, dass man Deutsch an privaten Einrichtungen lernt?

Elisabeth Guerrero: Das ist ganz unterschiedlich hier in Kolumbien. Es gibt viele große Sprachschulen, es gibt das Goethe-Institut sowie eine Unzahl kleinerer Institute, die auch andere Sprachen unterrichten. Viele Schüler lernen aber auch Deutsch an einer deutschen Schule. Hier in der Hauptstadt Bogotá mit circa acht Millionen Einwohnern ist die Auswahl wirklich sehr groß.

Wie sieht das aus, wenn man nicht in Bogotá lebt? Ist es da schwierig, Deutschkurse zu finden?

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Hören Sie rein: Elisabeth Guerrero erzählt, was ihr am Deutschlehren so gefällt

Wenn man nicht in Bogotá oder einer anderen großen Stadt wie Medellín, Calí oder Baranquilla ist, wo es teilweise Schulen gibt, die Deutsch unterrichten, ist es fast unmöglich. In diesen ländlichen Gegenden gibt es dann aber auch insgesamt oft keine gute Infrastruktur, meistens ist das Interesse an einer Fremdsprache auf dem Land auch nicht so groß. Kolumbien ist sehr groß, und alles ist sehr verstreut. Vieles konzentriert sich an den wichtigen Orten und Großstädten.

Wie sieht es mit Ihrer Verbandsarbeit aus, konzentriert diese sich auch hauptsächlich auf die Hauptstadt?

Ja, und das ist im Moment auch unsere große Herausforderung, für alle da zu sein. Der Verband ist genau vor 15 Jahren gegründet worden, hier in Bogotá. Wir wollen für das ganze Land da sein. Da aber fast der komplette Vorstand in Bogotá ist, ist das sehr schwierig. Wir haben ein Vorstandsmitglied in Medellín, das wir fast nie sehen.

Manchmal organisieren wir Veranstaltungen in ganz Kolumbien und fahren dann entweder selbst hin oder wir haben Vertreterinnen vor Ort, die dann organisieren.

Was sind die wichtigsten Aktivitäten Ihres Verbands?

Kolumbien Deutschlehrerverband APAC

Der Vorstand des APAC lebt zum großen Teil in Bogotá

Da gibt es eigentlich viele. Vor allem sind das unsere Fortbildungen, die wir in ganz Kolumbien organisieren. Wir beteiligen uns an den Veranstaltungen anderer Institutionen und informieren über Tagungen und Kongresse in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Dafür vergeben wir auch Zuschüsse für Unterbringung und Reise.

Aktuell steht unsere große Jubiläumsveranstaltung bei uns im Fokus, zu der hoffentlich viele kommen. Denn wir haben auch besondere Vortragende da aus Deutschland und aus Kolumbien.

Ich kann mir vorstellen, dass bei Ihren Treffen dann oft auch ein bisschen lateinamerikanischer Spirit herrscht, schließlich sind die Kolumbianer doch berühmt dafür, dass sie gerne tanzen und feiern ...

Lacht. Also in erster Linie steht der wissenschaftliche Aspekt bei uns im Vordergrund. Aber man unternimmt natürlich auch immer danach etwas. Während der Veranstaltung verspüre ich eher selten solch ein lateinamerikanisches Lebensgefühl. In Bogotá sind die Leute auch nicht so offen und lebensfroh wie an der Küste. Hier sind sie etwas ernsthafter. Aber trotzdem, wenn es eine Feier gibt, da wird immer getanzt.

Na, dann passt das etwas ernstere Image der deutschen Sprache ja zu den Menschen aus Bogotá. Wie sehen die Kolumbianer denn Deutschland?

Deutschland hat ein sehr gutes Image. Deutschland hat das Image einer Nation, die technologisch weit fortgeschritten ist. Viele wollen in Deutschland studieren, weil es auch gute Stipendien gibt und der Ruf der Universitäten gut ist.

Für manche Leute ist es fast billiger, in Deutschland zu studieren als hier in Kolumbien. Hier sind die guten Unis sehr teuer, und da finden manche Leute, da können sie genauso gut nach Deutschland. Das Leben ist zwar teurer, aber Kolumbianer können sich gut organisieren.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der kolumbianische Deutschlehrerverband (Asociación de Profesores de Alemán en Colombia, APAC) hat 25 Mitglieder und wurde im Jahr 2000 gegründet. Neben der Webseite informiert der Verband seine Mitglieder auch per Mail und auf Facebook.

Vorstandsgremium:
• Claudia Clavijo (Präsidentin)
—• Alfonso Mejía (Vizepräsident)
—• Jim Plata (Schriftführer)
•— Elisabeth Guerrero (Schatzmeisterin)
•— Nicole Bier (Beisitzerin)
•— Rafael Arteag (Beisitzer)
•— Mavis Wren (Vertreterin)
•— Patricia Cruz (Vertreterin)
•— Christina Kirschbaum (Kontrollkommission)
•— Ulrike Hauptmann (Kontrollkommission)

IDV-Kontaktperson:
Claudia Clavijo, apac_co[at]yahoo.com

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