″ArtReview″ kürt die Top 100 der Kunstwelt | Kultur | DW | 20.10.2016
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Kultur

"ArtReview" kürt die Top 100 der Kunstwelt

Jedes Jahr wird die Kunstwelt durch Rankings sortiert: die teuersten Kunstwerke, die reichsten Künstler, die wichtigsten Museen. Das Magazin "ArtReview" sortiert die Mächtigsten der Kunstszene 2016 neu: "Power 100".

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Power100

Die wichtigste Künstlerin auf der aktuellen Liste der "Power 100" ist eine Deutsche: Hito Steyerl ist ihr Name. Seit 2015 dürfte die höchst kreative Videokünstlerin auch einem größeren Publikum bekannt sein. Kurator Florian Eberl wählte sie zusammen mit drei anderen Künstlern für den deutschen Biennale-Pavillon in Venedig aus, um 2015 die Bundesrepublik Deutschland zu präsentieren.

Aber Künstler tauchen in diesem jährlichen Ranking nur unter anderem auf. Die Liste gilt weltweit als das "Who is Who" der Kunstszene und listet in einem qualitativen Ranking auf, welche Galeristen, Kuratoren, Museumsdirektoren und auch Künstler international den Ton angeben. Und auch neue Trends setzen.

Biennale 2015 Hito Steyerl Factory in the Sun (picture-alliance/dpa/F. Hörhager)

Videoarbeit von Hito Steyerl auf der Kunstbiennale 2015 in Venedig

Neue Akzente in der Kunstpräsentation

Das britische Kunstmagazin "ArtReview" hat in diesem Jahr drei Schweizer und einen Polen unter den einflussreichsten Akteuren der Gegenwartskunst ausgemacht. Platz 1 belegt der Schweizer Hans Ulrich Obrist, Leiter der Serpentine Gallery in London. Er ist einer der wichtigsten Kuratoren derzeit und setzt klare Akzente mit innovativen Ausstellungen.

Auf Platz 2 folgt der polnische Kurator Adam Szymczyk, langjähriger Leiter der Kunsthalle Basel und aktuell Direktor der kommenden Documenta. Er ist mit einem ungewöhnlichen Konzept an den Start gegangen: Die Documenta 14 findet im Frühjahr 2017 nicht nur in Kassel, sondern auch in Athen statt. Ein völlig neuartiger Ansatz der Kunstpräsentation, die Künstler werden mit und an beiden Orten arbeiten, Arbeitstitel: "Von Athen lernen".

Großbritannien neues Gebäude Tate Modern Museum in London (picture-alliance/empics/D. Lipinski)

Francis Morris (3.von li) setzt klare Akzente in der Tate Modern, u.a. mit dieser Arbeit von Ai Weiwei

Als mächtigste Frauen im Kunstbetrieb werden die Schweizerin Manuela Wirth von der renommierten Galerie Hauser & Wirth in Zürich, mit Dependancen in London und New York, genannt. Und Frances Morris, die seit diesem Jahr die Leitung der Londoner Tate Modern übernommen hat. Auf Platz 7 hat die Auswahljury die deutsche Videokünstlerin Hito Steyerl platziert, Shootingstar und derzeit Liebling der Kunstszene. Immerhin hat sie den chinesischen Künstler Ai Weiwei auf Platz 10 verdrängt. Im letzen Jahr gehörte er auf Platz 2 noch zu den einflussreichsten Künstlern weltweit. Mit Platz 9 konnte der deutsche Fotograf Wolfgang Tillmans einen der vorderen Plätze erobern.

Deutsche Galeristen auf den vorderen Plätzen

Das Ranking bildet nicht nur aktuelle Trends in der Kunstwelt ab, sondern wird traditionell von einer Handvoll renommierter Kunstvermittler in Museen und den international tätigen Top-Galeristen dominiert. Dazu gehören traditionell die US-amerikanischen Galerien Gagosian (Platz 6), Pace Gallery, Michael Werner und auch David Zwirner. Dessen Vater Rudolf Zwirner zählte lange Jahre nicht nur in Deutschland zu den erfolgreichsten Galeristen und brachte unter anderem die Pop Art nach Europa.

Marina Abramovic Künstlerin (picture-alliance/dpa)

Die jugoslawische Künstlerin Marina Abramovic macht immer wieder mit spektakulären Kunstaktionen auf sich aufmerksam

Auf der diesjährigen Liste von "ArtReview" sind viele Deutsche vertreten: die Galeristinnen Monika Sprüth und Philomene Magers (Platz 14), sowie der Galerist Daniel Buchholz (Platz 39). Bei den Künstlern sind der Maler Gerhard Richter (Platz 42), die Installationskünstlerin Marina Abramovic (Foto/Platz 46) und die Bildhauerin Isa Genzken (Platz 47) mit auf der Liste der Top 100 der internationalen Kunstwelt.

hm/ash (dpa/artreview)

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