Argentiniens Ex-Vizepräsident Amado Boudou muss in Haft | Aktuell Amerika | DW | 08.08.2018
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Korruption

Argentiniens Ex-Vizepräsident Amado Boudou muss in Haft

Er war der Stellvertreter der damaligen Staatschefin Cristina Férnandez de Kirchner. Noch als Wirtschaftsminister machte er mit einer Banknotendruckerei unerlaubt Geld - das in die eigene Tasche floss.

Ein Gericht in Buenos Aires hat den ehemaligen argentinischen Vizepräsidenten Amado Boudou (Artikelbild, rechts) wegen Korruption und Vorteilsnahme zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Zudem darf er für den Rest seines Lebens keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden.

Der 55-Jährige wurde für schuldig befunden, 2010 als damaliger Wirtschaftsminister den Verkauf einer Banknoten-Druckerei an Geschäftsfreunde illegal gefördert zu haben. Boudou nahm laut Urteil Einfluss auf die Zentralbank, um das Unternehmen vor dem Konkurs zu retten. Er habe dafür einen Anteil an der Firma erhalten.

Bestellung folgte prompt

Anschließend bekam die Druckerei einen Regierungsauftrag zur Herstellung neuer Geldscheine. Die Ciccone Calcográfica mit dem Monopol zum Drucken von Banknoten und amtlichen Dokumenten ging später unter dem Namen Compañía de Valores Sudamericana in Staatsbesitz über.

Boudou diente unter Präsidentin Cristina Kirchner von 2009 bis 2010 als Wirtschaftsminister und anschließend als ihr Stellvertreter. Gegen die Ex-Staatschefin laufen auch mehrere Verfahren wegen mutmaßlicher Korruption.

Boudou beteuerte stets seine Unschuld. Im Zuge der Affäre wurden zudem fünf Unternehmer verurteilt, darunter der ehemalige Chef der Druckerei, Nicolás Ciccone. Er erhielt eine Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten.

jj/mak (dpa, afp, rtr)

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