Argentinien - Mein Vater, der Täter | Nahaufnahme - Die aktuelle Reportage | DW | 05.07.2022
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Nahaufnahme

Argentinien - Mein Vater, der Täter

Wie gehen die Söhne und Töchter der Schergen einer Diktatur mit den Verbrechen ihrer Väter um? In Argentinien haben sich die Kinder von Folterern und Mördern zusammengeschlossen, um über die Schuld ihrer Eltern zu sprechen.

Während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 wurden in Argentinien mehr als 30.000 Oppositionelle und Kritiker getötet. Bis heute hinterlässt das tiefe Spuren in Argentiniens Gesellschaft. Zum ersten Mal in der Geschichte gehen nun Söhne und Töchter von Folterern und Mördern der Militärdiktatur auf die Straße. Eine von ihnen ist Analía Kalinec. "Ich will ihn nicht lieben, das schmerzt zu sehr", sagt sie über ihren Vater. Erst als Erwachsene hat sie erfahren, dass er im Auftrag der Militärjunta hunderte Menschen gefoltert und ermordet hat. 2010 wurde der Polizeikommissar wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Analía Kalinec hat sich mit anderen Söhnen und Töchtern der Vollstrecker der Militärjunta zusammengetan, um zur Aufklärung der Verbrechen ihrer Väter beizutragen und jegliche Straferleichterung zu verhindern. Ihr Bewegung nennt sich "Historias desobedientes", zu Deutsch: "Ungehorsame Geschichten". Reporterin Julieta Rudich hat Analía Kalinec und ihre Mitstreiter in Buenos Aires getroffen und zeigt ein einzigartiges Projekt der Vergangenheitsbewältigung.