Apple und trübe Industriedaten drücken US-Börsen ins Minus | Aktuell Amerika | DW | 04.01.2019
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Börsen

Apple und trübe Industriedaten drücken US-Börsen ins Minus

Mit schwachen Umsätzen im wichtigen Weihnachtsgeschäft hat Apple die Anleger weltweit verschreckt. Außerdem drückten maue US-Konjunkturdaten auf die Stimmung. Die US-Börsen gingen auf Talfahrt. Japan folgte auf den Fuß.

Erst erlitt die Aktie des US-Technologieriesen Apple einen Schwächeanfall: Sie gab nach gesenkten Umsatzzielen des iPhone-Herstellers um fast zehn Prozent nach und notierte zum Börsenschluss bei 142,19 Dollar. Das Unternehmen büßte damit fast 75 Milliarden Dollar an Börsenwert ein. Dann sackte auch noch der Einkaufsmanager-Index für die US-Industrie ab: Er fiel von 59,3 Punkten im November auf 54,1 Punkte im Dezember. Derart stark war das Barometer seit Oktober 2008 nicht mehr eingebrochen. Es liegt nun auf dem niedrigsten Niveau seit November 2016. Diese Daten hätten die Konjunktursorgen weiter verstärkt, sagte ein Börsianer. "Amerikas Konzerne bekommen gerade kalte Füße über die Wirtschaftsaussicht."

Die US-Industrie verlor überraschend deutlich an Schwung, während bei Investoren die bereits bestehenden Sorgen der Anleger um die allgemeine Wirtschaftslage wuchsen. Zudem wird das Regieren für Präsident Donald Trump zunehmend schwieriger, weil im neuen Repräsentantenhaus die Demokraten inmitten des weiter akuten teilweisen Regierungsstillstandes inzwischen die Mehrheit haben.

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Apples Weihnachtsgeschäft enttäuscht

Dow Jones schwächelt

An der Wall Street gingen die Kurse daraufhin auf Talfahrt. Der Leitindex Dow Jones Industrial gab am zweiten Handelstag des neuen Jahres um 2,83 Prozent auf 22 686,22 Punkte nach. Damit schloss er nahe an seinem kurz zuvor erreichten Tagestief und knüpfte wieder an seinen schwachen Jahresabschluss 2018 an. Im vergangenen Jahr hatte der Dow etwas mehr als fünfeinhalb Prozent verloren, was seine schlechteste Jahresbilanz seit der Finanzkrise 2008 bedeutet.

Die anderen US-Börsenindizes gaben am Donnerstag ebenfalls kräftig nach: Der marktbreite S&P 500 fiel um 2,48 Prozent auf 2447,89 Zähler und der technologielastige Nasdaq 100 büßte 3,36 Prozent auf 6147,13 Punkte ein. Auch der Deutsche Aktienindex gab um etwa eineinhalb Prozent nach. Am Freitag setzte die Börse in Tokio die Abwärtstour fort: Am ersten Handelstag des Jahres in Japan verlor der Nikkei 225 gleich 2,26 Prozent. 

Kunden in China zögern

Auslöser für den Kursrutsch bei Apple, der dem erfolgsverwöhnten Konzern den schlechtesten Handelstag seit 2013 bescherte, war eine revidierte Umsatzvorhersage. Das Weihnachtsgeschäft des iPhone-Konzerns war deutlich schlechter gelaufen als erwartet. Daher senkte Apple seine Umsatzprognose für das vierte Quartal 2018 auf 84 Milliarden Dollar, während noch im November von 89 bis 93 Milliarden Dollar die Rede gewesen war. Analysten hatten zuvor mit etwa 91 Milliarden Dollar gerechnet. Vor allem die schwächeren iPhone-Verkäufe in China, die auch auf den Handelskrieg zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften zurückzuführen seien, hätten Apple zu schaffen gemacht, befanden Beobachter.

kle/qu (rtr, dpa, afp)

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