Apple setzt auf Kameras und Hollywood | Aktuell Amerika | DW | 10.09.2019
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Unternehmen

Apple setzt auf Kameras und Hollywood

Bis zu drei Kameras pro iPhone: Um die Verkäufe seines Bestsellers anzukurbeln, setzt Apple vor allem auf Technik rund ums Foto. Auf dem Videostreaming-Markt macht der US-Konzern eine Kampfansage an die Konkurrenz.

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Apple präsentiert neue Produkte - ohne jede Überraschung

Apple treibt seinen Wandel vom Elektronik- zum Unterhaltungskonzern voran. Bei der Präsentation der neuen iPhone-Generation kündigte Konzernchef Tim Cook (Artikelbild) an, erste Exklusiv-Produktionen von Apple TV+ seien ab 1. November in mehr als 100 Ländern verfügbar. Dabei unterbietet der US-Konzern mit dem Preis seines Videostreaming-Angebots die Platzhirsche Netflix und Walt Disney. Apple TV+ soll in Deutschland 4,99 Euro im Monat kosten. Netflix etwa verlangt in der günstigsten Tarifoption 7,99 Euro im Monat.

Branchenbeobachter erläuterten, Apple müsse zu Beginn günstiger als seine Rivalen sein, da sein Dienst zunächst ein schmaleres Angebot haben werde. Für seine Produktionen verpflichtete Apple unter anderem Hollywood-Stars wie Reese Witherspoon und Jennifer Aniston. Käufer eines iPhones, iPads oder Mac-Computers erhalten den Streamingdienst ein Jahr lang kostenlos.

Echte Konkurrenz zu Netflix & Co?

Der Fokus auf den Streamingdienst zu Beginn der Präsentation könnte als Signal dafür gelten, dass Apple sein Geschäft neu ausrichtet. Bisher hat sich der Konzern im Vorteil gegenüber Handy-Herstellern wie Samsung und Produzenten von Betriebsprogrammen wie Android von Google gesehen, weil er Hard- und Software aus einer Hand anbietet. Noch machen iPhone-Verkäufe die Hälfte des Apple-Umsatzes aus. Doch der Absatz schwächelt, und die Vorbereitungen auf den neuen Mobilfunkstandard 5G ziehen sich hin. Apple sei in der "Warteschleife", bis der Konzern kommendes Jahr Geräte für die schnellere Technik auf den Markt bringe, heißt es in der Branche.

Apple Event (picture-alliance/AP Images/AP Photo/T. Avelar)

iPhone 11 is wachting you!

Nun sollen Dienstleistungen als dritte Säule ausgebaut werden. Und so setzt Apple nun offenbar verstärkt auf Abo-Modelle. Allerdings: Seine Rivalen haben einen großen Vorsprung. Sie verfügen längt über umfangreiche Filmrepertoires und pumpen massiv Geld in die Produktion neuer eigener Inhalte. Apple TV+ geht dagegen gerade mal mit acht Original-Produktionen an den Start.

An den Aktienmärkten schien die Apple-Präsentation dennoch gut anzukommen: Die Papiere des Konzerns legten 1,2 Prozent zu, die Konkurrenten im Unterhaltungsgeschäft Netflix und Walt Disney büßten jeweils gut zwei Prozent ein.

Nun auch ein iPhone "Pro"

In der neuen Generation des iPhone rüstet Apple vor allem die Kamera-Technik auf. Das iPhone 11, das als "Einstiegsmodell" das aktuelle iPhone XR ersetzt, kommt (auf seiner Rückseite) mit zwei Kameras daher und bekommt unter anderem einen Nacht-Modus, der für gute Bilder auch bei dunklen Lichtverhältnissen sorgen soll.

In diesem Punkt hatten vor einem Jahr Googles Smartphones der Marke "Pixel" die damals neuen iPhones abgehängt. Für die Bildbearbeitung verbesserte Apple außerdem noch einmal den Prozessor der Geräte.

Die Nachfolger der aktuellen Premium-Modelle iPhone XS und XS Max tragen die Namen iPhone 11 Pro und Pro Max. Sie verfügen sogar über drei Kameras für mittlere Brennweite, Teleobjektiv und Ultra-Weitwinkel. Im Netz sorgten die Mehrfachkameras auch für Erheiterung.

Mit einer neuen Funktion sollen laut Apple besonders hochwertige Aufnahmen durch die Auswertung mehrerer Bilder entstehen. Wie Marketing-Chef Phil Schiller mitteilte, nehmen die Kameras dafür neun Fotos mit verschiedenen Einstellungen auf und setzen daraus ein Bild zusammen. 

Vorstellung von Apple Produkten | Apple Watch (picture-alliance/dpa/AP/FR155217/T. Avelar)

Immer sichtbar: die Displays der neuen Generation der Apple Watch

Neues auch bei der Computer-Uhr Apple Watch: Hier bleibt erstmals das Display immer an. Bisher war das normalerweise schwarz, um Strom zu sparen, und sprang erst an, wenn der Bewegungssensor erkannte, dass der Arm hochgehoben wird. Für die neue Funktion der "Apple Watch 5" setzt der Konzern nach eigenen Angaben ein neues Display ein, das weniger Strom verbraucht.

cw/wa (dpa, rtr)

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