Anzeichen für Leben auf der Venus entdeckt | Aktuell Welt | DW | 14.09.2020
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Anzeichen für Leben auf der Venus entdeckt

Schon lange spekulieren Astronomen über mögliches Leben auf dem Nachbarn der Erde. Nun haben Forscher ein Gas aufgespürt, das darauf hinweist, dass Mikroben den unwirtlichen Planeten bewohnen könnten.

Forschung - Entdeckung von Riesenstruktur auf der Venus (picture-alliance/Planet-C)

Eigentlich ist es auf der Venusoberfläche mit 400 Grad Celsius viel zu heiß für Leben

Hoch oben in der Atmosphäre der Venus haben Astronomen das Gas Monophosphan entdeckt. Die Verbindung aus einem Phosphor- und drei Wasserstoffatomen (PH3) wird auf der Erde vor allem durch Bakterien produziert, die in sauerstoffarmen Umgebungen gedeihen.

Dies sei allerdings kein Beweis für eine biologische Quelle auf unserem Nachbarplaneten, schreibt das Team um Jane Greaves von der Universität Cardiff im Fachblatt "Nature Astronomy". Das Gas weise zunächst nur auf unbekannte geologische oder chemische Prozesse hin.

Video ansehen 02:32

Welche Planeten sind außer der Erde bewohnbar?

"Wir behaupten nicht, dass wir Leben auf der Venus gefunden haben", sagte Ko-Autorin Sara Seager vom Massachusetts Institute of Technology vor Journalisten. "Wir haben das Gas Monophosphan detektiert, dessen Herkunft ein Geheimnis ist."

Allerdings schließen die Forscher die Möglichkeit nicht aus, dass es Leben auf der Venus geben könnte. Der Planet ist ähnlich groß wie die Erde, hüllt sich jedoch in eine dichte Wolkendecke. Durch einen starken Treibhauseffekt herrscht auf der Venusoberfläche eine Temperatur von 400 Grad Celsius, es ist viel zu heiß für Leben.

ESO-Illustration - Forschung, Atmosphäre der Venus (Reuters/ESO/M. Kornmesser/L. Calcada)

Mit Teleskopen entdeckten die Forscher Spektrallinien in der Atmosphäre der Venus, die nur bei Monophosphan vorkommen

In den oberen Atmosphärenschichten, rund 50 bis 60 Kilometer über der Oberfläche, könnten vergleichsweise moderate Temperaturen jedoch Leben erlauben, was zu Spekulationen über schwebende Mikroorganismen geführt hat.

Die Wissenschaftler hatten die Venus mit dem James-Clerk-Maxwell-Teleskop auf Hawaii und dem Atacama-Teleskopfeld in den chilenischen Anden analysiert. Dabei entdeckten sie Spektrallinien, die nur bei Monophosphan vorkommen.

uh/fab (dpa, rtr, ap)

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