Anwalt: Hacker steckt hinter Angola-Enthüllung | Aktuell Welt | DW | 27.01.2020
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Whistleblower

Anwalt: Hacker steckt hinter Angola-Enthüllung

Der "Football Leaks"-Enthüller hat offenbar auch die brisanten Dokumente über die angolanische Milliardärin Isabel dos Santos beschafft. Er wartet in einem Gefängnis in Lissabon auf sein Auslieferungsverfahren.

Ungarn Budapest 2019 | Gerichtsprozess Rui Pinto, Whistleblower Football Leaks (AFP/F. Isza)

Der Hacker Rui Pinto befindet sich in Portugal in Untersuchungshaft

Der durch die "Football Leaks" bekannte portugiesische Hacker Rui Pinto steckt offenbar auch hinter den Enthüllungen um die dubiosen Geschäfte der angolanischen Milliardärin, Isabel dos Santos. Er habe eine Festplatte mit allen Daten zu den "betrügerischen Geschäften" der 47-Jährigen an das Internationale Konsortium investigativer Journalisten und an die Plattform zum Schutz von Whistleblowern in Afrika übergeben, teilten Pintos Anwälte mit.

Mit seinen Hinweisen habe Pinto dazu beitragen wollen, "komplexe Geschäfte" aufzudecken, die "unter Beihilfe von Banken und Juristen" zustande gekommen seien. Sie hätten nicht nur den "angolanischen Staat und seine Bevölkerung in die Armut getrieben, sondern möglicherweise auch die allgemeinen Interessen Portugals ernsthaft beschädigt", schrieben die Anwälte. Pinto sei ein "sehr bedeutender europäischer Hinweisgeber", fügten sie hinzu.

Dos Santos wegen Betruges angeklagt

Die angolanische Generalstaatsanwaltschaft hatte die Tochter von Ex-Präsident José Eduardo dos Santos nach den unter anderem in der "Süddeutschen Zeitung" und im NDR veröffentlichten "Luanda Leaks" wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt. Den Vorwürfen zufolge soll Dos Santos Geld in Angola unterschlagen und dieses in Portugal investiert haben. Sie bestreitet die Vorwürfe.

Der Hacker Pinto sitzt in seinem Heimatland Portugal in Untersuchungshaft. Ihm werden 90 Straftaten zur Last gelegt, darunter versuchte Erpressung. Mit der Website "Football Leaks" hatte er 2015 großes Aufsehen erregt. Staatsanwaltschaften in mehreren Ländern ermittelten in der Folge unter anderem wegen Steuervergehen gegen mehrere Fußball-Stars, darunter den Portugiesen Cristiano Ronaldo.

hf/uh (rtr, afp)

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