Anschlag auf Feier mit europäischen Diplomaten in Saudi-Arabien | Aktuell Nahost | DW | 11.11.2020
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Islamistischer Terrorismus

Anschlag auf Feier mit europäischen Diplomaten in Saudi-Arabien

Mit der Zeremonie in der saudi-arabischen Stadt Dschidda wurde an das Ende des Ersten Weltkriegs erinnert. Vermutlich sollten mit der Sprengstoff-Attacke einmal mehr Vertreter Frankreichs getroffen werden.

Angehörige von saudi-arabischen Spezialeinheiten bei einer Antiterror-Übung (Foto: Getty Images/AFP/F. Nureldine)

Angehörige von saudi-arabischen Spezialeinheiten bei einer Antiterror-Übung (Archivbild)

Bei einem Sprengstoff-Anschlag auf eine Gedenkzeremonie im Beisein europäischer Diplomaten in Saudi-Arabien sind mehrere Menschen verletzt worden. Vertreter verschiedener Konsulate - darunter auch des französischen - seien bei dem Gedenken auf einem nicht-muslimischen Friedhof in Dschidda zur Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkriegs dabei gewesen, gab das Außenministerium in Paris bekannt. Frankreich verurteile nachdrücklich diesen "niederträchtigen Anschlag". Deutsche Diplomaten hatten nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt nicht an der Zeremonie teilgenommen. Wer hinter der Attacke stehen könnte, ist noch unklar. 

Polizisten in Dschidda haben eine zu dem Friedhof führende Straße abgesperrt (Foto: AFP)

Polizisten in Dschidda haben eine zu dem Friedhof führende Straße abgesperrt

In Dschidda im Westen Saudi-Arabiens war es erst Ende Oktober zu einem Angriff auf einen Wachmann vor dem französischen Konsulat gekommen. Der Mann wurde verletzt, der einheimische Angreifer festgenommen. Die Botschaft hatte daraufhin alle Franzosen in Saudi-Arabien zu "erhöhter Wachsamkeit" aufgerufen. Am selben Tag ermordeten mutmaßliche Islamisten zudem im südfranzösischen Nizza drei Menschen in einer Kirche.

Warnungen für Franzosen in muslimischen Ländern

Paris hatte bereits zuvor Warnungen für Franzosen in der Türkei, in Bangladesch und Indonesien ausgesprochen. Hintergrund waren die Spannungen zwischen Frankreich und vielen muslimischen Ländern wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen.

Protest gegen Frankreich und speziell Staatschef Macron Ende Oktober in Istanbul (Foto: Emrah Gurel/AP/picture alliance)

Protest gegen Frankreich und speziell Staatschef Macron Ende Oktober in Istanbul

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte nach dem islamistischen Anschlag auf einen Lehrer bei Paris die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen vehement verteidigt. Er löste damit heftige Proteste in vielen muslimischen Ländern aus, es gab auch Boykott-Aufrufe gegen französische Waren.

Kritik an Karikaturen und Anschlag in Nizza

Saudi-Arabien ist vom Wahhabismus geprägt, einer besonders strengen und traditionellen Auslegung des Islam. Dort befinden sich auch die meisten heiligen Stätten des Islam. Das Königreich hatte die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen scharf kritisiert, den Anschlag in Nizza jedoch "entschieden" verurteilt.

sti/kle (afp, ap, dpa)

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