Anschlag auf britische Premierministerin Theresa May vereitelt | Aktuell Europa | DW | 06.12.2017
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Terror im Königreich

Anschlag auf britische Premierministerin Theresa May vereitelt

Die Sicherheitsbehörden Großbritanniens haben mehrere Terroranschläge verhindert - darunter auch ein Attentat auf die Premierministerin. Es sollte Theresa May wohl direkt in der Downing Street treffen.

Ein Terroranschlag auf Premierministerin Theresa May sei verhindert worden. Entsprechende Medienberichte bestätigten Justizkreise nun der Deutschen Presse-Agentur in London. Zwei junge Männer, die festgenommen wurden, mussten am Mittwoch vor Gericht erscheinen.

Laut vorliegenden ersten Angaben wollte einer der Männer durch eine Bombenexplosion Chaos in der Downing Street auslösen und sich so Zutritt zum schwer bewachten Regierungssitz verschaffen. Anschließend sollte May getötet werden. Dazu habe sich der Mann eine Sprengstoffweste und ein Messer zugelegt. Der zweite Verdächtige soll ihn bei den Plänen unterstützt haben.

Bei den Festgenommenen handelt es sich dem Vernehmen nach um Naa'imur Zakariyah Rahman (20) aus dem Norden Londons und Mohammed Aqib Imran (21) aus dem Südosten Birminghams. Rahman wollte demnach das Attentat ausführen. Scotland Yard hatte zwar die Festnahme der beiden Männer wegen Terrorverdachts am vergangenen Dienstag bekanntgegeben, aber keinen Zusammenhang zum geplanten Anschlag auf May hergestellt. Die Männer wurden bereits am 28. November festgesetzt, wie die Polizei mitteilte. 

Neun Terrorangriffe seit Ende 2016 verhindert 

Stunden zuvor hatte Andrew Parker, Chef des Inlandsgeheimdiensts MI5, dem Londoner Kabinett berichtet, dass in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt neun Terrorattacken im Land verhindert worden seien. Details dazu nannte er jedoch nicht. 

Großbritannien Buckingham Palace in London nach Messerangriff (Reuters/P. Hackett)

Großbritannien in Alarmbereitschaft, vor allem in der Metropole London

Großbritannien ist in diesem Jahr bereits fünfmal Ziel von Anschlägen in London und Manchester geworden. Insgesamt kamen dabei 36 Menschen um, darunter auch Kinder. Parker hatte vor wenigen Wochen in einer Rede betont, dass die Gefahr durch islamistische Terroristen so groß wie nie zuvor sei. Es gebe einen "dramatischen Anstieg an Bedrohungen" im Vereinigten Königreich. Triebfeder sei die "mörderische Strategie" der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und ihre Online-Propaganda. Der Inlandsgeheimdienst führt derzeit 500 Ermittlungen durch, die 3000 Extremisten betreffen.

Manchester-Attentäter war im Visier des Geheimdienstes

Nach einem am Dienstag veröffentlichten unabhängigen Bericht hätte der Terroranschlag von Manchester im Mai möglicherweise verhindert werden können. Demnach war der Attentäter Salman Abedi dreimal ins Visier des Geheimdienstes geraten, einmal nur wenige Monate vor seinem Anschlag. Bei einem für Ende Mai geplanten Treffen des Inlandsgeheimdienstes sollte es darum gehen, die Gefährlichkeit des 22-Jährigen einzuschätzen. Da war es aber schon zu spät: Neun Tage zuvor riss der Brite libyscher Herkunft nach einem Pop-Konzert mit einer Bombe 22 Menschen mit in den Tod, auch Kinder. Hunderte erlitten Verletzungen.

sc/sti/cr (afp, dpa, rtr)

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