Anklage nach Schüssen auf schwarzen Jogger | Aktuell Amerika | DW | 25.06.2020
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USA

Anklage nach Schüssen auf schwarzen Jogger

Die Tat geschah im Februar: Im US-Bundesstaat Georgia verfolgen mehrere Männer einen Schwarzen. Dann fallen Schüsse. Nun sollen sich die Verdächtigen vor Gericht verantworten.

USA Wandgemälde von Ahmaud Arbery

Dieses Porträt von Ahmaud Arbery wurde in Brunswick, Georgia, von einem Künstler aus Miami gemalt

Nach den tödlichen Schüssen auf einen schwarzen Jogger im US-Bundesstaat Georgia sind drei weiße Männer wegen Mordes angeklagt worden. Die Staatsanwältin des Bezirks Cobb County, Joyette Holmes, sagte vor Journalisten: "Dies ist ein weiterer großer Schritt, um Gerechtigkeit zu erlangen."

Das Opfer, der 25-jährige Ahmaud Arbery, war Ende Februar in einem Wohnviertel der Stadt Brunswick erschossen worden. Erst als Monate später ein Video von der Tat im Internet auftauchte, nahmen die Ermittlungen Fahrt auf. Die nun angeklagten Verdächtigen wurden gefasst. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen neben Mord auch eine versuchte illegale Festnahme vor. Die Männer hatten angegeben, Arbery für einen Einbrecher gehalten zu haben, den sie festsetzen wollten.

USA Boston | BostonBlackMemorial Trauerzug in Gedenken an George Floyd Breonna Taylor und Ahmaud Arbery

Leichenwagen in einer Prozession zu Ehren mehrerer getöteter Schwarzer bei Boston (Archivbild)

"Es war ein Lynchmord"

Der Anwalt der Familie, Ben Crump, erklärte unter Berufung auf die Ermittler, einer der Angeklagten habe häufig Hass auf Afroamerikaner bekundet und sich rassistisch in Textnachrichten und Onlinediensten geäußert. Auch Arbery habe er rassistisch beleidigt, als dieser bereits leblos am Boden lag. "Das bestätigt, was Arberys Vater seit Monaten sagt: Es war ein Lynchmord", so Crump.

Laut Obduktionsbericht trafen Arbery zwei Schüsse mit Schrotmunition aus nächster Nähe in die Brust, ein dritter Schuss streifte sein Handgelenk. Nach Angaben des Kriminalamts GBI hatte der dritte Verdächtige die Tat mit seinem Smartphone gefilmt.

Der Fall hatte nach seinem Bekanntwerden im Mai Entsetzen ausgelöst. Bei den seit Wochen andauernden Protesten gegen Rassismus in den USA skandieren Demonstranten immer wieder auch Arberys Namen - neben dem von George Floyd, der vor einem Monat bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis getötet worden war.

jj/as (dpa, afp)

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