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Angreifer von Paris seit Jahren polizeibekannt

10. Januar 2016

Der bei einem Angriff auf Pariser Polizisten erschossene Terrorverdächtige war der deutschen Polizei seit langem als Kleinkrimineller bekannt und sogar schon mehrfach inhaftiert gewesen. Hatte er Komplizen?

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französische Polizisten, die einen Tatort absperren (Foto: Reuters)
Bild: Reuters/C. Platiau

Drei Mal hatte der Mann in Deutschland im Gefängnis gesessen. Er sei wegen Delikten wie Drogenhandel, Körperverletzung und der Belästigung von Frauen auffällig geworden, sagte der Direktor des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen, Uwe Jacob, vor Journalisten in Düsseldorf. Bei Durchsuchungen seiner Wohnräume seien keine Hinweise auf weitere Anschlagspläne entdeckt worden. Es handele sich offenbar um einen Einzeltäter. Die Ermittlungen liefen aber noch, erklärte der Kriminalist.

Sieben verschiedene Identitäten vorgespielt

Der mutmaßliche Islamist war zudem auch schon in Frankreich und Luxemburg wegen verschiedener Delikte festgenommen worden. 2013 war er das erste Mal nach Deutschland eingereist. Davor hatte er fünf Jahre illegal in Frankreich gelebt. Zuletzt wohnte er in einem Asylbewerberheim in Recklinghausen. Laut Jacob hatte er mindestens sieben Identitäten vorgespielt. Ausgegeben habe er sich als Tunesier, Marokkaner und Georgier. "Wir sind uns nicht sicher, wer er tatsächlich ist", sagte Jacob.

Asylunterkunft Recklinghausen (Foto: dpa)
In dieser Asylbewerberunterkunft in Recklinghausen hatte der Angreifer zuletzt gewohntBild: picture-alliance/dpa//M.Kusch

Deutsche SIM-Karte

Aus französischen Ermittlerkreisen hieß es zuletzt, der Tote sei als ein Tunesier namens Tarek Belgacem identifiziert worden. Am Freitag war eine erste Spur nach Deutschland bekannt geworden, als ein Pariser Staatsanwalt mitteilte, der Pariser Angreifer habe eine deutsche Sim-Karte in seinem Mobiltelefon gehabt.

Der Mann trug eine Sprengstoffgürtel-Attrappe und wollte am ersten Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" mit einem Fleischerbeil bewaffnet in eine Polizeiwache eindringen. Nach Angaben der Ermittler rief er "Allah ist groß" und trug ein auf Arabisch verfasstes Bekennerschreiben mit der Flagge der Terrormiliz IS bei sich, in dem er IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi die Treue schwört.

uh/pg (dpa,rtr,afp)