Anglizismus des Jahres: „Gendersternchen“ | Deutschlehrer-Info | DW | 31.01.2019
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Deutschlehrer-Info

Anglizismus des Jahres: „Gendersternchen“

Wie macht man kenntlich, dass bei Personenbezeichnungen nicht nur die männliche Form gemeint ist? Eine Möglichkeit: das sogenannte Gendersternchen. Eine Jury hat dieses Wort nun zum Anglizismus des Jahres 2018 gekürt.

Es gibt Anglizismen, also Wörter, die aus dem Englischen übernommen wurden, die sind eigentlich überflüssig, weil es für sie schon ein gleichbedeutendes deutsches Wort gibt. Viele Anglizismen aber bereichern die deutsche Sprache, sie haben eine produktive Funktion. Darauf möchte die Initiative „Anglizismus des Jahres" aufmerksam machen und kürt jährlich die besten Lehnwörter.

Sprachliche Gleichbehandlung

Zum Sieger des Jahres 2018 hat sie nun den Begriff „Gendersternchen“ gewählt. Gemeint ist damit das Schriftzeichen *, das zwischen dem Wortstamm und der weiblichen Nachsilbe „-in“ steht, beispielsweise Student*in oder Professor*innen. Mithilfe des Sternchens sollen alle Geschlechter zugleich angesprochen werden. Zum neunten Mal wurde dieser Titel verliehen. Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Begriffe „Framing“ und „nice“.

Ausschlaggebend sei die zentrale Bedeutung des Zeichens und des dazugehörigen Wortes gewesen. In der Diskussion über das schwierige und umstrittene Thema der sprachlichen Gleichbehandlung nehme das Gendersternchen eine wichtige Rolle ein, so der Jury-Vorsitzende Anatol Stefanowitsch von der Freien Universität in Berlin. Der Sprachwissenschaftler ist ein Verfechter der geschlechtergerechten Sprache. Er begrüßt die Absicht, bei Personenbezeichnungen Geschlechter jenseits von Mann und Frau sichtbar zu machen.

Bald im Duden?

2018 gab es eine Diskussionen um die  Aufnahme des Gendersternchens in die amtliche Rechtschreibung. Der Rat der deutschen Rechtschreibung beschäftigte sich daraufhin damit. Die Anglizismus-Jury betont, das Wort Gendersternchen zeige auch, wie schnell das Deutsche aus dem Englischen entlehntes Wortgut produktiv zur Bildung neuer Wörter nutze.

Seit 2010 würdigt die Initiative den „positiven Beitrag des Englischen zur Entwicklung der deutschen Sprache" in Berlin. Neben dem Gendersternchen wurden auch schon „Influencer“ (2017), „Fake News“ (2016) oder „Blackfacing“ (2014) zum Anglizismus des Jahres gekürt.


fa/ip (dpa, kna)

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