Angezählt: Sylvester Stallone will nicht länger Rocky sein | Kino | DW | 29.11.2018
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Filmklassiker

Angezählt: Sylvester Stallone will nicht länger Rocky sein

Dieser Oberkörper hat 40 Jahre lang Filmgeschichte geschrieben. Sylvester Stallone als Rocky Balboa begeisterte Generationen von Kinogängern. Jetzt zieht er sich aus dem Boxring zurück.

"Ich vermute mal, das ist ein besonderer Augenblick. Letzte Nacht waren die letzten Dreharbeiten und vielleicht meine letzte priviligierte Zeit, in der ich meinen geliebten Freund Rocky spielen konnte."

Die Ankündigung, nicht noch eine weitere Folge als "Rocky" zu drehen, löste bei den Fans große Trauer aus. Einige schrieben, Rocky hätte ihnen viel bedeutet und sie in ihrem Leben motiviert.

Sylvester Stallone drehte mehr als 40 Jahre lang Boxerfilme. Inspiriert hatte ihn der Boxkampf des Champions Muhammed Ali gegen den noch unbekannten 36-jährigen weißen WM-Herausforderer Chuck Wepner. Der Kampf im Jahr 1975 brachte den Außenseiter Wepner groß raus, weil er mehrere Runden überstand. Stallone hatte die Idee, die Geschichte des willensstarken Verlierers ins Kino zu bringen. Als Regisseur engagierte er John G. Avildsen und die legendäre Filmmusik komponierte Bill Conti. Sie ertönt, wenn Rocky Balboa zum Training aufbricht, um als angehender Weltklasse-Boxer die legendären 72 Treppenstufe des Philadelphia Museum of Art hinaufzulaufen. Jedem Rocky-Fan hat sie sich für immer und ewig ins Gedächtnis eingebrannt.

Amerikanischer Traum vom Aufstieg

Die Geschichte, die Sylvester Stallone in der Rocky-Saga erzählt, hat viel mit dem amerikanischen Mythos von Aufbruch und Selbstverwirklichung zu tun. Der italienische Migrantensohn Rocky Balboa arbeitet sich nach oben, nimmt viel Mist in seinem Leben in Kauf, um seinen Traum zu verwirklichen. Er findet eine Frau, bekommt einen Sohn, erobert den Weltmeistertitel im Boxen und stürzt oft genug ab in seinem Leben. "Wenn Du weißt, was du Wert bist, dann gehe hin und hole es dir", sagt Rocky zu seinem Sohn in einem der sechs Teile.

Sylvester Stallone als Rocky Balboa in Creed (Foto: picture-alliance/AP Photo/Warner Bros. Pictures)

Der Boxer ist alt geworden: Auf "Rocky" folgte "Creed"

Die Rocky-Saga ist kein Film für Feministinnen, sie ist ein Blockbuster und ein Kniefall vor dem männlichen Körper. Rocky ist wie eine Maschine, die ihre Batterie auflädt, indem sie rohe Eier in einem Glas aufschlägt und sich den Mix als Energydrink einverleibt. Rocky, der "italienische Hengst", ist unberechenbar und gefürchtet im Boxring, weil er bereit ist, alles aus sich herauszuholen. Sylvester Stallone ist eine "Körperkanone", wie ihn die Süddeutsche Zeitung anlässlich seines 70. Geburtstags bezeichnete.

"Rocky" gewann drei Oscars 

Rocky besteht aus sechs Teilen. Danach erzählt Sylvester Stallone die Geschichte weiter und erzählt in "Creed" und "Creed II" vom Altern des Boxers. Stallone gewann mit "Rocky" insgesamt drei Oscars: als bester Film, für die beste Regie und für den besten Schnitt.

Auf Instagram schrieb der Schauspieler: "Es war eine besondere Ehre, diesen bedeutenden Charakter zu schaffen und zu spielen."

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