Amy Gutmann soll neue US-Botschafterin in Deutschland werden | Aktuell Deutschland | DW | 30.06.2021
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Diplomatie

Amy Gutmann soll neue US-Botschafterin in Deutschland werden

Noch ist die 71-Jährige Präsidentin der US-Elitehochschule University of Pennsylvania. Jetzt soll sie die USA in Deutschland als Botschafterin vertreten. Sie wäre die erste Frau in diesem Amt.

Unter Berufung auf deutsche und US-Regierungskreise haben verschiedene Medien berichtet, dass US-Präsident Joe Biden Gutmann für den Posten in Berlin vorgeschlagen habe. Die Personalie liege zudem bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dessen Zustimmung aber als Formsache gelte. Sowohl Biden als auch die Bundesregierung hatten in den vergangenen Monaten ihren Wunsch bekundet, dass beide Länder wieder sehr viel enger zusammenarbeiten.

Die Politikwissenschaftlerin ist Tochter eines jüdischen Vaters, der 1934 aus Nazi-Deutschland geflohen war. Sie ist seit 2004 Präsidentin der Privatuniversität in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania, die als eine der besten Hochschulen der Vereinigten Staaten gilt. Die mit "UPenn" abgekürzte Hochschule gehört zur sogenannten Ivy League von prestigereichen Universitäten im Nordosten der USA wie Harvard, Princeton und Yale.

Gutmann muss dem Bericht zufolge noch vom US-Senat bestätigt werden. Sie wäre die erste Frau, die als US-Botschafterin in die Bundesrepublik entsandt wird.

Ein Jahr ohne US-Botschafter in Berlin

Der Botschafterposten in Berlin ist seit dem Abgang des umstrittenen Botschafters Richard Grenell im Juni 2020 vakant. Im Juli kündigte der damalige Präsident Donald Trump zwar an, den pensionierten Armee-Oberst Douglas Macgregor zu Grenells Nachfolger machen zu wollen. Macgregor wurde aber nie vom US-Senat bestätigt. Die Botschaft am Brandenburger Tor wird seit vergangenem Jahr übergangsweise von der Gesandten Robin Quinville als Geschäftsträgerin geleitet.

Richard Grenell US-Botschafter in Deutschland

Richard Grenell trat als US-Botschafter frühzeitig zurück

Grenell, ein glühender Trump-Anhänger, war in Deutschland mit seinen häufig forschen Ansagen und seinem konfrontativen Auftreten immer wieder angeeckt. Ohnehin hatte sich das Verhältnis zwischen Washington und Berlin in den Trump-Jahren deutlich verschlechtert.

Trumps Nachfolger hat verbesserte Beziehungen zu den traditionellen westlichen Verbündeten der USA wie Deutschland zu einem Kernanliegen seiner Außenpolitik gemacht. Unter anderem legte Biden Trumps Entscheidung zum Abzug tausender US-Soldaten aus Deutschland auf Eis.

jmw/sti (afp, rtr)