Amerikanische Staaten beraten über Flüchtlingswelle aus Venezuela | Aktuell Amerika | DW | 05.09.2018
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Migrations-Drama in Südamerika

Amerikanische Staaten beraten über Flüchtlingswelle aus Venezuela

Immer mehr Venezolaner verlassen ihre krisengeschüttelte Heimat und strömen in die Nachbarländer. Jetzt berät die Organisation Amerikanischer Staaten über das Problem. Ihr Generalsekretär warnt mit drastischen Worten.

Brasilein Flüchtlinge aus Venezuela (Reuters/N. Doce)

Venezolanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Brasilien

Luis Almagro sagte zu Beginn der Sondersitzung in der US-Hauptstadt Washington, es handle sich um eine "beispiellose Krise". Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) betonte, die Folgen für die Bevölkerung seien "vergleichbar mit denen eines Kriegszustandes".

Er forderte die Staaten der Region auf, den Flüchtlingen aus Venezuela Aufenthalt sowie Zugang zu Arbeit, Gesundheit und Bildung zu sichern. Die legalen Regelungen sollten regional harmonisiert werden, um zu verhindern, dass Länder mit günstigerer Rechtslage überlastet werden, forderte der OAS-Generalsekretär.

Millionen auf der Flucht

Nach Angaben der Vereinten Nationen verlassen derzeit pro Tag 5000 Venezolaner ihr Land. Insgesamt haben demnach bereits mindestens 2,3 Millionen Menschen Venezuela verlassen. Die Opposition in dem Land geht sogar von bis zu vier Millionen Flüchtlingen aus. Das wären mehr als zehn Prozent der Gesamtbevölkerung.

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge - das sind rund eine Million Menschen - hat das Nachbarland Kolumbien aufgenommen. Aber auch die weiter südlich liegenden Staaten Ecuador, Peru und Chile sind Ziel Hunderttausender Venezolaner. Deutlich weniger überqueren die schwer zu erreichende Grenze nach Brasilien. Allein im vergangenen Jahr haben 28.000 Venezolaner in den USA Asylanträge gestellt.

Reiches Land am Abgrund

Venezuela gilt als erdölreichstes Land der Erde. Es kämpft allerdings mit einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Wegen Devisenmangels und einer extrem hohen Inflationsrate kann es kaum noch Lebensmittel, Medikamente oder Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Zudem geht die autoritäre Regierung von Präsident Nicolás Maduro hart gegen Oppositionelle vor.

Am Dienstag hatten sich elf lateinamerikanische Staaten darauf verständigt, weiterhin Migranten aus Venezuela einwandern zu lassen. Allerdings baten sie um finanzielle Hilfe, um die Menschen versorgen zu können.

Die sozialistische Regierung in Caracas dementiert dagegen die Existenz einer Flüchtlingskrise. Vizepräsident Delcy Rodriguez erklärte vor kurzem, Bilder verzweifelter Migranten auf dem Weg nach Kolumbien seien "von den Feinden Venezuelas gestellt" worden, um eine Intervention zu rechtfertigen.

mak/haz (dpa, ape)

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