Alles wird gut für Lilli Schwarzkopf | Sport | DW | 04.08.2012
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Sport

Alles wird gut für Lilli Schwarzkopf

Die Siebenkämpferin wird nach dem 800-Meter-Lauf auf Rang zwei liegend disqualifiziert und darf dann doch jubeln. Weitspringer Sebastian Bayer und Schwimmerin Britta Steffen verpassen die Medaillen nur knapp.

Insgesamt 25 Entscheidungen brachte der achte Wettkampftag in London – erst spät am Abend sprang für die deutschen Athleten eine Medaille heraus. Dabei sorgte das vorläufige Endergebnis im Siebenkampf zunächst für Konfusion. Lilli Schwarzkopf, die nach einem starken abschließenden 800-Meter-Lauf eigentlich hinter der überlegenen Olympiasiegerin Jessica Ennis aus Großbritannien in den Medaillenrängen hätte liegen müssen, wurde fälschlicherweise disqualifiziert und aus der Wertung genommen. Die Kampfrichter hatten Schwarzkopf mit einer anderen Athletin verwechselt, die aus ihrer Bahn gelaufen war. Erst nach längerer Wartezeit klärte sich der Irrtum auf und die 28-Jährige durfte schließlich doch noch über Silber jubeln.

Nadine Müller verpasste im Diskuswurf mit 65,94 Metern als Fünfte dagegen eine Medaille. Gold ging mit 69,11 Metern an die Kroatin Sandra Perkovic. Im Weitsprung belegte Europameister Sebastian Bayer mit 8,10 Meter ebenfalls nur den fünften Platz. Zum Bronzerang fehlten lediglich zwei Zentimeter. Gold ging an den umjubelten Briten Greg Rutherford (8,31 Meter). Endgültig in Ekstase versetzte Mo Farah das britische Publikum, der mit seinem Sieg über 10.000 Meter nach Ennis und Rutherford für das dritte britische Gold innerhalb weniger Minuten sorgte.

Den Schlusspunkt des Abends setzte die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce, die in 10,75 Sekunden Gold im 100-Meter-Lauf gewann. Über die gleiche Distanz war am Morgen Jamaikas Sprint-Superstar Usain Bolt mit angezogener Handbremse in 10,09 Sekunden locker ins Halbfinale spaziert. Ebenfalls ins Halbfinale geschafft hat es Südafrikas 400-Meter-Läufer Oscar Pistorius, der mit zwei Beinprothesen läuft. Und auch aus deutscher Sicht gibt es von den Vorkämpfen des Tages Positives zu berichten: Angeführt von der Weltranglisten-Zweiten Silke Spiegelburg hat das deutsche Stabhochsprung-Trio der Frauen geschlossen das Finale am Montag (06.08.2012) erreicht. Über 3000 Meter Hindernis haben sich Gesa Felicitas Krause und Antje Möldner-Schmidt ebenfalls für das Finale qualifiziert.

Deutsche Schwimmer reisen enttäuscht ab

Auch am letzten Tag der Schwimmwettbewerbe hat es nicht geklappt mit dem Sprung aufs Treppchen für Deutschlands Ausnahme-Schwimmerin Britta Steffen: Im Finale über 50 Meter Freistil fehlten der 28-Jährigen am Ende 0,07 Sekunden zu Bronze. "Ich hätte gerne eine Medaille geholt, aber ich kann mit meiner Leistung zufrieden sein", sagte Steffen anschließend. Steffen blieb mit 24,46 Sekunden hinter der niederländischen Olympiasiegerin Ranomi Kromowidjojo (24,05), der Weißrussin Alexandra Herassimenja (24,28) und Marleen Veldhuis aus den Niederlanden (24,39).

Britta Steffen gratukliert Ranomi Kromowidjojo (Foto: Reuters)

Britta Steffen blieb am Ende nichts anderes übrig als der Konkurrenz zu gratulieren

Über die 1500 Meter Freistil der Männer verbesserte der Chinese Sun Yang seinen eigenen Weltrekord um 3,12 Sekunden und holte überlegen Gold. Ebenfalls in neuer Weltrekordzeit siegte die 4 x 100 Meter Lagenstaffel der US-Frauen. Da - genau wie Steffen - die deutsche 4 x 100 Meter-Lagenstaffel der Männer als sechste beim Sieg der US-Staffel um Michael Phelps in dessen letzten Rennen ohne Edelmetall blieb, waren die Wettbewerbe in London die ersten medaillenlosen Spiele seit 1932 für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV).

Leichtes Spiel für Serena Williams

Serena Williams hat ihre Tennis-Karriere mit der olympischen Goldmedaille gekrönt. Vier Wochen nach ihrem fünften Wimbledon-Triumph deklassierte die US-Amerikanerin an gleicher Stelle Russlands Superstar Maria Scharapowa klar und deutlich mit 6:0 und 6:1. Williams ist damit nach Steffi Graf erst die zweite Spielerin der Tennis-Geschichte, der im Laufe ihrer Karriere ein sogenannter "Golden Slam" gelang. Sie konnte jedes der vier Grand-Slam-Turniere mindestens einmal gewinnen und nun auch die Einzel-Konkurrenz der Olympischen Spiele. Graf hatte dieses Kunststück im Jahr 1988 sogar in einer einzigen Saison geschafft.

Serena Williams jubelt (Foto: REUTERS)

Serena Williams hatte allen Grund zu jubeln - 6:0 und 6:1, das war deutlich!

Im Mixed-Turnier haben Sabine Lisicki und Christopher Kas das Finale verpasst. Sie unterlagen dem britischen Duo Laura Robson/Andy Murray mit 1:6, 7:6 (9:7) und 7:10 im Match-Tiebreak. Olympiasieger im Herren-Doppel sind die Zwillinge Bob und Mike Bryan aus den USA. Sie setzten sich mit 6:4 und 7:6 (7:2) gegen das französische Duo Michael Llodra und Jo-Wilfried Tsonga durch.

Deutsches Degenteam erreicht Rang fünf

Mit Siegen über die Ukraine und Weltmeister Rumänien haben Deutschlands Degenfechterinnen Rang fünf erkämpft. Der Einzel-Zweiten Britta Heidemann, Imke Duplitzer und Monika Sozanska gelangen beim 45:36 über die Ukraine und beim 45:36 über Rumänien in der Platzierungsrunde zwei überzeugende Erfolge. Im Viertelfinale hatte Deutschland gegen den späteren Finalisten China beim 42:45 seine Medaillenchancen eingebüßt.

Endstation Viertelfinale

Deutschlands Tischtennis-Damen haben den Einzug ins Halbfinale des olympischen Mannschafts-Turniers verfehlt. Die Auswahl von Bundestrainerin Jie Schöpp unterlag klar mit 0:3 gegen Japan. Allerdings verlief das Duell enger als es das klare Endergebnis glauben macht. Das deutsche Trio mit Irene Ivancan, Jiaduo Wu und Kristin Silbereisen hatte Chancen, die Partie zu gewinnen, verpassten es aber diese auch zu nutzen. Wu vergab im Auftakteinzel gegen Kasumi Ishikawa einen Matchball, die EM-Zweite Ivancan baute nach einem guten Start gegen Ai Fukuhara deutlich ab. Nur im Doppel gab es für Wu/Silbereisen von Beginn an nichts zu holen.

Keine Erfolge beim Rudern, Schießen, im Triathlon und im Velodrom

Wenig erfolgreich war am Schlusstag der Ruderwettbewerbe die deutsche Flotte. Der deutsche Vierer ohne Steuermann und die leichten Doppelzweier bei Frauen und Männern wurden jeweils nur Sechste. Noch deutlicher verpassten die deutschen Triathletinnen die Medaillenränge. Anja Dittmer, die vor dem abschließenden Laufen noch geführt hatte, kam bei ihrer vierten und wahrscheinlich letzten Olympia-Teilnahme nicht über den zwölften Platz direkt hinter Teamkollegin Anne Haug hinaus. Der Sieg ging nach 1500 Meter Schwimmen, 43 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen im Fotofinish an die dreifache Europameisterin Nicola Spirig aus der Schweiz vor der Schwedin Lisa Norden und Erin Densham aus Australien.

Bei den Sportschützen steht die deutsche Mannschaft weiterhin ohne Medaille da: Weltmeisterin Barbara Engleder wurde im Dreistellungskampf mit dem Sportgewehr mit 680,8 Ringen Sechste. Die siebenmalige Weltmeisterin Sonja Pfeilschifter hatte das Finale überraschend verpasst. Beim Bahnradfahren belegte das deutsche Trio Judith Arndt, Charlotte Becker und Lisa Brennauer in der 3000-Meter-Mannschaftsverfolgung nur Rang acht. Es siegten die Britinnen in neuer Weltrekordzeit.

Volleyballer in der Halle und im Sand erfolgreich

Deutschlands Volleyballer sind dagegen nur noch einen kleinen Schritt von ihrem größten Erfolg seit 40 Jahren entfernt. Nach einem erwartungsgemäßen 3:0-Sieg (25:15, 25:16, 25:16) gegen Außenseiter Tunesien hat das Team weiterhin gute Aussichten auf den Viertelfinal-Einzug. Die letzte deutsche Mannschaft in einer olympischen K.o.-Runde war 1972 in München die DDR-Auswahl. Das Viertelfinale erreicht haben die Beach-Volleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann, die das lettische Duo Aleksandrs Samoilovs/Ruslans Sorokins mit 2:0 (21:12, 21:17) besiegten.

Für Deutschlands Hockey-Damen ist die Tür zum olympischen Halbfinale fast schon zu. Beim verdienten 1:3 (0:2) gegen Weltmeister Argentinien kassierte die Mannschaft von Bundestrainer Michael Behrmann bereits ihre zweite Turnier-Niederlage und hat nur noch geringe Chancen auf den Sprung in die Vorschlussrunde.

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