Albanien will keine EU-Flüchtlingslager im eigenen Land | Aktuell Europa | DW | 27.06.2018
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Flüchtlingspolitik

Albanien will keine EU-Flüchtlingslager im eigenen Land

Im Streit um die Reform der europäischen Migrationspolitik lehnt Albanien die Errichtung von Asylzentren auf seinem Staatsgebiet kategorisch ab - auch als Gegenleistung für einen möglichen EU-Beitritt.

Edi Rama (Getty Images/AFP/D. Dilkoff)

Albaniens Ministerpräsident Edi Rama im Juni 2016 in Tirana

Albanien werde "niemals solche EU-Flüchtlingslager akzeptieren", wenn dies bedeute, "verzweifelte Menschen irgendwo abzuladen wie Giftmüll, den niemand will", sagte Ministerpräsident Edi Rama der "Bild"-Zeitung". Sein Land werde immer bereit sein, einen gerechten Beitrag zur Bewältigung europäischer Lasten zu leisten. Das dürfe aber nicht heißen, dass der Balkanstaat die Probleme aller schultere. Es sei "eine gefährliche Lösung, Albanien zum Wellenbrecher für Europas Flüchtlinge" zu machen.

Die Absage gelte auch im Falle eines möglichen EU-Beitritts Albaniens, erklärte Rama. "Die Flüchtlingskrise muss auch ungeachtet des aktuellen Stands unserer Beitrittsversuche bewältigt werden." 

EU will 2019 über Beitritt Albaniens entscheiden

Die EU-Staaten hatten der Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Mazedonien am Dienstag grundsätzlich zugestimmt. Der Weg für eine Entscheidung über den Beitritt im Juni 2019 sei geebnet, hieß es in einem von den Europa-Ministern der 28 Mitgliedstaaten veröffentlichten Dokument. Spekuliert wurde, ob dieser Schritt mit einer Zusage Albaniens zusammenhängen könnte, der Einrichtung von Auffanglagern für Flüchtlinge zu erwägen.

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani hatte zuletzt in der Diskussion um Auffanglager für Flüchtlinge außerhalb der Europäischen Union zwei entsprechende Lager in Albanien und Mazedonien ins Gespräch gebracht.

hk/stu (dpa, afp, rtr)

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