Alarmierende Abholzung am Amazonas | Aktuell Amerika | DW | 01.12.2020
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Brasilien

Alarmierende Abholzung am Amazonas

Umweltschützer können es kaum fassen: Im brasilianischen Amazonasgebiet wurde innerhalb eines Jahres so viel Regenwald vernichtet wie seit zwölf Jahren nicht mehr.

Der Regenwald in Brasilien ist der größte der Welt - doch er wird immer kleiner: Zwischen August 2019 und Juli 2020 wurden im Amazonasgebiet insgesamt 11.088 Quadratkilometer Dschungel zerstört, wie die brasilianische Weltraumbehörde Inpe auf Basis von Satellitenbildern mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Abholzung um 9,5 Prozent. Die gerodete Fläche ist größer als der Inselstaat Jamaika.

Der Regenwald am Amzonas gilt als "grüne Lunge" der Erde. Weil er immense Mengen CO2 binden kann, hat er auch für das Weltklima große Bedeutung.

"Rückwärtsgewandte Vision"

Brasiliens rechtsgerichteter Präsident Jair Bolsonaro sieht in der Region allerdings vor allem ungenutztes wirtschaftliches Potenzial und will noch mehr Flächen für Landwirtschaft, Bergbau und Energiegewinnung erschließen. Internationale Kritik an seiner Umweltpolitik verbittet er sich als Einmischung in innere Angelegenheiten.

Brasilien Brasilia | Jair Bolsonaro, Präsident

Jair Bolsonaro - seine Politik entsetzt Umweltschützer

"Die Entwicklungsvision der Bolsonaro-Regierung für das Amazonasgebiet führt uns zurück in die Vergangenheit, mit Entwaldungsraten, die seit 2008 nicht mehr erreicht wurden", kritisierte Cristiane Mazzetti von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. "Es handelt sich um eine rückwärtsgewandte Vision, die die meisten Brasilianer nicht anspricht und nicht den Anstrengungen gerecht wird, die zur Bewältigung der Klimakrise erforderlich sind."

Aktivisten warnen schon länger, dass 2020 das zerstörerischste Jahr für brasilianischen Regenwald werden könnte. Sie machen dafür direkt Bolsonaro verantwortlich, dem sie auch eine Begünstigung illegaler Rodungen vorwerfen. 

wa/ml (afp, dpa, rtr)

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