Al-Dschasira-Reporter profitieren von Massenamnestie in Ägypten | Aktuell Nahost | DW | 23.09.2015
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Aktuell Nahost

Al-Dschasira-Reporter profitieren von Massenamnestie in Ägypten

Ägyptens Staatschef al-Sisi begnadigte zum Opferfest Eid 100 Gefangene. Unter die Amnestie fielen auch die Reporter des arabischen Senders Al Dschasira. Der harte Kurs gegen die Opposition geht aber weiter.

Auf der Liste der Begnadigten stehen auch die Namen Mohammed Fahmy (Artikelbild r.) und Baher Mohammed (l.), hatte die Gefängnisverwaltung überraschend mitgeteilt. Nach unbestätigten Berichten aus Sicherheitskreisen und von Seiten der staatlichen Agentur MENA soll auch Peter Greste zu den Amnestierten gehören. Der Kanadier Fahmy und der Ägypter Mohammed wurden am Abend auf freien Fuß gesetzt und von ihren Familien in Empfang genommen. Den Australier Greste hatte man vor Monaten bereits abgeschoben.

Alle drei Journalisten arbeiteten für das Englische Programm des katarischen TV-Senders Al Dschasira. Sie waren im Dezember 2013 festgenommen und zwei von ihnen in der Berufung Ende August endgültig zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Den Reportern war in dem international heftig kritisierten Verfahren - wenige Monate nach dem Sturz des islamistischen Staatschefs Mohammed Mursi - vorgeworfen worden, die verbotenen Muslimbrüder unterstützt zu haben. Katar, das Al Dschasira betreibt, war damals auf Seiten der Muslimbruderschaft, aus der Mursi hervorgegangen war.

Signal der Entspannung vor UN-Versammlung?

Die Begnadigung durch Präsident al-Sisi für insgesamt 100 Gefangene kam kurz vor der wichtigten islamischen Feier, dem Opferfest Eid al-Adha. Am Nil ist es üblich, dass der Präsident vor hohen Festen Gefangene begnadigt. Diesmal waren auch einige politische Aktivisten dabei. Beobachter verwiesen auch auf die bevorstehende Reise al-Sisis zur Vollversammlung der Vereinten Nationen und die dort zu erwartende Kritik am Umgang der ägyptischen Militärs mit den Menschenrechten.

Erst am Vortag war ein prominenter Anführer einer Demokratiebewegung nahe Kairo festgenommen worden, die eine zentrale Rolle beim Sturz von Diktator Husni Mubarak gespielt hatte. Der Koordinator der "Bewegung des 6. April", Amr Ali, wurde nach Angaben seiner Anhänger der Geheimpolizei überstellt. Die Organisation ist wegen angeblicher "Spionage" und "Staatsverleumdung" verboten.

SC/uh (APE, rtre, dpa)