Aktien von Autobahn-Betreibern auf Talfahrt | Wirtschaft | DW | 16.08.2018
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Folgen des Brückenunglücks

Aktien von Autobahn-Betreibern auf Talfahrt

Nach dem Brückeneinsturz in Italien sind die Aktien von Autobahn-Betreibern massiv unter Druck geraten - vor allem ein Titel erlitt drastische Verluste. Ein Grund ist die Drohung einer Verstaatlichung der Autobahnen.

Papiere des Atlantia-Konzerns, zu dem der Autobahn-Betreiber Autostrade gehört, brachen um bis zu 26 Prozent auf 17,43 Euro ein. Damit notierten sie so tief wie seit knapp vier Jahren nicht mehr. Zuvor war die Aktie für knapp eine Stunde vom Handel ausgesetzt worden. Aktien der Konkurrenten SIAS und ASTM gaben bis zu zehn Prozent nach.

Die italienische Regierung macht den Betreiber für die Katastrophe mit 38 Toten verantwortlich und will ihm die Lizenz entziehen. Italiens Vize-Ministerpräsident Luigi di Maio drohte mit einer Verstaatlichung der Autobahnen. Die Firma Autostrade wies den Vorwurf der Pflichtvernachlässigung zurück.

Benetton-Familie steht hinter dem Konzern

Autostrade gehört zum Atlantia-Konzern, hinter dem die Benetton-Familie steht und der auch in Deutschland nicht unbekannt ist. Die italienische Industriellenfamilie - bekannt durch ihr gleichnamiges Mode-Label - ist mit 30 Prozent größter Aktionär. Im vergangenen Jahr verbuchte Atlantia einen Nettogewinn von 1,17 Milliarden Euro und einen Umsatz von 5,97 Milliarden Euro. Atlantia betreibt laut "bild.de" über 5000 Autobahnkilometer - vor allem in Italien, wo das Unternehmen 51 Prozent des Verkehrsnetzes kontrolliert - aber auch in Brasilien, Indien, Chile und Polen. Die Italiener hatten sich jüngst mit dem deutschen Bauriesen Hochtief verbündet, um den spanischen Mautautobahn-Betreiber Abertis zu übernehmen.

Die Brücke auf der Autobahn, die Genua mit Südfrankreich verbindet, überspannte einen Fluss, ein Gewerbegebiet und eine Eisenbahn. Bei ihrem Einsturz am Dienstag wurden Dutzende Fahrzeuge in die Tiefe gerissen. Die Ursache der Katastrophe ist noch unklar.

ul/hb (rtr, afp)