Airbus streicht 15.000 Arbeitsplätze | Aktuell Europa | DW | 30.06.2020
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Corona-Krise

Airbus streicht 15.000 Arbeitsplätze

Die Zeiten, in denen ein Job in der Luftfahrtindustrie ein sicheres Ticket war, sind vorbei. Nach Boeing lässt nun auch Airbus wissen, wie sehr die Corona-Krise Spuren im Geschäft hinterlässt. Es sind deutliche Spuren.

Der Flugzeugbauer Airbus will wegen der Krise infolge der Coronavirus-Pandemie weltweit 15.000 Stellen streichen. Allein in Deutschland sollen etwa 5.100 Stellen betroffen sein, teilte der Flugzeugbauer im französischen Toulouse mit. "Die Branche befindet sich in einer beispiellosen Krise", hieß es in einer Mitteilung. Es werde erwartet, dass sich der Luftverkehr nicht vor 2023 erholen werde und möglicherweise erst 2025 wieder auf dem Niveau von vor Corona sein werde.

Auch Tochterfirmen in Mitleidenschaft

In Deutschland sollen von den Streichungen auch Stellen der Airbus-Tochter Premium Aerotec mit Sitz in Augsburg betroffen sein. Außerdem will der Konzern 5.000 Stellen in Frankreich, 900 in Spanien, 1.700 in Großbritannien und 1.300 an weiteren weltweiten Standorten streichen. Die Einzelheiten dieses Plans müssten noch mit den Sozialpartnern abgestimmt werden, vor allem also mit den Gewerkschaften. Betriebsbedingte Kündigungen könnten nicht ausgeschlossen werden, hieß es weiter.

Der Konzern hatte bereits zuvor angekündigt, für zwei Jahre seine Produktion und seine Auslieferungen um 40 Prozent kürzen. Airbus-Chef Guillaume Faury hatte dabei Kündigungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen, zumal sich durch eine zweite Corona-Welle die erhoffte Belebung wieder verschlimmern könnte. In Deutschland beschäftigt Airbus Zehntausende Mitarbeiter und hat zahlreiche Standorte - etwa in Hamburg-Finkenwerder oder Bremen.

Frankreich I Toulouse I Airbus I Guillaume Faury (picture-alliance/AP/F. Scheiber)

Airbus-Chef Guillaume Faury

Faury hatte zuvor zugesichert, wegen der Drosselung des Geschäftes keine Endmontagelinie zu schließen. Alle Modelle würden weiter produziert, aber in langsamerem Tempo. Von der meistverkauften Baureihe A320 sollen nur noch 40 Maschinen pro Monat gefertigt werden. Derzeit sind viele fertige Flugzeuge geparkt. Die Airlines nehmen sie wegen des Einbruchs im Markt durch die Corona-Krise gegenwärtig nicht ab.

"Kollektive Arbeitszeitverkürzung"?

Die Gewerkschaft IG Metall hatte bereits vor einem Kahlschlag gewarnt. Sie schlug vor, die wenige Arbeit auf mehrere Köpfe zu verteilen - eine "kollektive Arbeitszeitverkürzung" nach dem Vorbild von VW. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte vor einigen Wochen ein 15 Milliarden Euro schweres Rettungspaket für die Luftfahrtindustrie angekündigt. In Frankreich arbeiten allein bei Airbus mit ihrer Schaltzentrale in Toulouse knapp 50.000 Menschen.

ml/cgn (dpa, rtr, afp)

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