Afrikanische Schweinepest: Das müssen Sie wissen | Wissen & Umwelt | DW | 14.09.2018
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Afrikanische Schweinepest: Das müssen Sie wissen

Das afrikanische Virus tötet Schweine und bleibt in feuchten Böden über Jahre ansteckend. Die wichtigsten Fakten zur Afrikanischen Schweinepest.

Ein Tier-Virus hält Europa in Atem. Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest hat in diesem Jahr deutlich an Tempo gewonnen. Während 2017 in den Osteuropäischen Staaten nur 4140 Fälle diagnostiziert wurden, sind es in diesem Jahr schon über 5000. Jetzt hat die Seuche einen riesigen Sprung tief nach Westeuropa gemacht:  Das Virus wurde bei zwei tot aufgefunden Wildschweinen im Dreiländereck von Frankreich, Belgien und Luxemburg nachgewiesen. Anlass sich ein paar grundlegende Fragen zu stellen.

Was für eine Krankheit ist das eigentlich?

Die Afrikanische Schweinepest ist ein Virus, das Hausschweine und Wildschweine befällt. Infizierte Tiere bekommen hohes Fieber und innere Blutungen. Über 90 Prozent der erkrankten Schweine sterben, meistens innerhalb einer Woche. Übertragen wird die Krankheit durch den Kontakt mit infiziertem Blut oder Kadavern. In denen kann sich das Virus Monate bis Jahre halten. Menschen können sich nicht anstecken.

Das Virus in einer Wildschweinzelle (picture-alliance/dpa/S. Sauer)

Das Virus in einer Wildschweinzelle

Woher kommt die Seuche?

Das Virus ist eigentlich eine Warzenschwein-Krankheit aus Afrika. Die erste Diagnose stammt aus dem Jahr 1910, als die Briten Kenia besetzt hatten. Mit den damaligen Kolonialherren kamen auch viele europäische Hausschweine nach Ostafrika. Die großen Herden waren eine ideale Brutstätte für das Virus und machen den afrikanischen Bauern im Laufe des letzten Jahrhunderts immer wieder Probleme. Im Jahr 2007 wurde die Afrikanische Schweinepest dann in den Kaukasus eingeschleppt. Von dort hat sie sich innerhalb weniger Jahre über Russland bis in die Wildschweinpopulationen des Baltikums, Polens und weiterer Osteuropäischer Länder ausgebreitet. Die Fälle in Belgien sind der erste Ausbruch westlich der Oder. 

Mehr dazu: Schweinepest breitet sich in Europa weiter aus

EIn Warzenschwein (picture-alliance/WILDLIFE)

Ursprünglich war die Afrikanische Schweinepest nur unter Warzenschweinen verbreitet.

Wieso sind die Wildschweine nicht alle tot?

Das liegt daran, dass die Ansteckungsrate niedrig ist und nur wenige Tiere pro Population krank werden. Wenige Infektionen und eine hohe Todesrate: eigentlich hätte sich diese Krankheit schnell totlaufen müssen. Leider hält sich das Virus aber extrem gut in allem was feucht und kühl ist. Deshalb kommt es immer wieder vor, dass sich Wildschweine anstecken, während sie im Boden nach Eicheln wühlen oder wenn sie mit Kadavern in Kontakt kommen.

Wie verbreitet sich das Virus?

In Afrika übertragen Lederzecken das Virus. In Europa geschieht es hauptsächlich durch den Import von infizierten Schweinen, infizierter Wurstware oder durch mangelnde Hygiene. Wildschweine spielen bei der Ausbreitung nur eine untergeordnete Rolle. Weil es keine Impfung gegen die Krankheit gibt, ist sie nach einer Einschleppung nur schwer in den Griff zu kriegen. Das sieht man auch in Polen, wo das Virus seit Anfang des Jahres bei über 2000 Schweinen diagnostiziert wurde. 2017 waren es insgesamt nur 822. Seit Mitte Juni ist das Virus auch in Rumänien sehr aktiv. Im Gegensatz zum Baltikum sind hier hauptsächlich Hausschweine befallen. Allein in der letzten Woche (vom 04. Bis zum 11. September 2018) wurden 59 neue Fälle gemeldet, seit Anfang 2018 wurde die Krankheit bei 905 Tieren diagnostiziert. 2017 waren es insgesamt nur zwei.

Deutschland Übung für Fall des Ausbruch der Schweinepest (picture-alliance/dpa/C. Rehder)

Übung für den Ernstfall in Schleswig Holstein

Was kann man tun um die Verbreitung zu stoppen?

Das allerwichtigste:

FLEISCHRESTE GEHÖREN IN DIE HEIMISCHE MÜLLTONNE!!!

Der größte Risikofaktor bei der Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest ist der Mensch. Die Erfahrung aus dem Baltikum zeigt: Ist das Virus erst mal da wird man es nicht mehr los. Wichtig ist, dass infizierte und bereits verstorbene Tiere so schnell wie möglich entdeckt werden. Dann besteht die Chance eine weitere Ausbreitung durch die Umzäunung des Gebiets zu stoppen. Grenzzäune gegen die Afrikanische Schweinepest halten Experten dagegen für weniger sinnvoll. Die Tiere sind extrem klug, hunderte Kilometer schweinedicht abzuzäunen ist praktisch unmöglich. 

Für Landwirte und Schweinehalter ist eine lückenlose Hygiene der einzige Weg sich zu schützen. 

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