Afghanistans Präsident warnt vor Illusionen in Deutschland | Aktuell Welt | DW | 06.09.2018
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Afghanistans Präsident warnt vor Illusionen in Deutschland

Afghanistans Präsident Ghani hat Flüchtlinge vor falschen Hoffnungen auf ein Leben in Deutschland gewarnt. Auch an die Deutschen wandte er sich mit einer Warnung - und mit einer Bitte. 

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hat seine Landsleute vor Illusionen über vermeintlich leicht zu erlangenden Wohlstand in Deutschland gewarnt. Es gebe den "Irrglauben, die Straßen in Deutschland seien mit Gold gepflastert", sagte Ghani (Artikelbild) der "Bild"-Zeitung. Nötig sei eine "strategische Kommunikation", die das falsche Deutschland-Bild zurechtrücke. Der Präsident sagte aber auch: "Deutschland kann keine Festung werden."

Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf (Archivbild) (picture-alliance/dpa/R. Schlesinger)

Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf (Archivbild)

Afghanen, die in ihrer Heimat der Mittelschicht angehörten und Teil einer lebhaften unternehmerischen Chancenvielfalt seien, verrichteten nach ihrer Flucht in Deutschland dann handwerkliche Tätigkeiten. "Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin stolz auf handwerkliche Tätigkeiten. Doch sie stellen einen starken Abstieg für diese Menschen dar", sagte Ghani. 

Zugleich warnte der Präsident die Deutschen angesichts der Ereignisse in Chemnitz vor übertriebener Angst vor Flüchtlingen. Man solle auf die Afghanen schauen, die einen Beitrag zur deutschen Gesellschaft geleistet haben. "Bitte verurteilen Sie nicht die gesamte Nation für ein, zwei oder drei Leute", bat Ghani. 

Demonstration Ende August in Chemnitz (picture-alliance/dpa/J. Woitas)

Demonstration Ende August in Chemnitz

Ghani zeigte aber auch Verständnis für die Demonstranten: "Wir müssen auch anerkennen, dass die Ängste auf Ungewissheiten zurückgehen, und wir sollten die Demonstranten nicht dämonisieren. Sie müssen eingebunden werden."
      
stu/gri (dpa, afp)

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