Afghanistan lässt mutmaßliche Taliban frei | Aktuell Welt | DW | 13.02.2014
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Afghanistan lässt mutmaßliche Taliban frei

Afghanistan hat insgesamt 65 Gefangene aus dem berüchtigten Bagram-Gefängnis entlassen, die möglicherweise den Taliban angehören. Bis zuletzt kam aus den USA heftiger Widerstand gegen die Freilassung.

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Afghanistan lässt mutmaßliche Taliban

Alle Warnungen der US-Militärs waren ohne Erfolg. Am Donnerstagmorgen haben die afghanischen Behörden 65 mutmaßliche Taliban-Kämpfer aus dem Bagram-Gefängnis nördlich von Kabul entlassen. Der Schritt wurde bereits vor einigen Wochen von Präsident Hamid Karsai angekündigt, nachdem seine Regierung das ehemalige Gefängnis der US-Armee übernommen hatte.

In Washington wurde die Entscheidung mit großer Verärgerung aufgenommen.Vertreter der US-Truppen erklärten, die Gefangenen hätten Blut von internationalen und afghanischen Soldaten an ihren Händen. Der Vorschlag, die mutmaßlichen Terroristen mit DNA-Proben zu überführen und vor ein afghanisches Gericht zu bringen, wurde von der Regierung mit dem Hinweis abgelehnt, es gäbe nicht genügend Beweise für deren Schuld. Präsident Karsai bezeichnete das Bagram-Gefängnis sogar als "Taliban-Fabrik", in der unschuldige Afghanen so lange gefoltert würden, bis sie ihr Land hassten.

Gefängnis Bagram Kabul Afghanistan Archiv 2012

Blick auf das Gefängnis am Bagram Air Field

Taliban wollen Druck erhöhen

Die USA befürchten indes, dass sich die entlassenen Gefangenen schon bald wieder in die Kämpfe in Afghanistan einschalten könnten. Ende des Jahres werden die NATO-Kampftruppen das Land verlassen und schon im April stehen Präsidentschaftswahlen an. Vor dem Hintergrund beider Ereignisse hatten die Taliban immer wieder angekündigt, ihren Druck auf ausländische Soldaten und die afghanischen Behörden zu erhöhen.

Ob US-Soldaten nach dem Abzug der NATO-Truppen in Afghanistan bleiben werden, hängt von einem Sicherheitsabkommen ab, dessen Unterzeichnung Karsai derzeit hinauszögert. Eines jedoch ist klar: Die Freilassung der Gefangenen dürfte die ohnehin angespannten Beziehungen zu den USA weiter belasten.

djo/sti (afp/ap)

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