Afghanischer Islamistenführer Hakkani soll tot sein | Aktuell Asien | DW | 04.09.2018
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Afghanistan

Afghanischer Islamistenführer Hakkani soll tot sein

Das Hakkani-Netzwerk gilt als eine der wichtigsten Gruppen des afghanischen Aufstands und soll hinter zahlreichen Anschlägen und Entführungen stecken. Nun ist sein Gründer gestorben.

Jalaluddin Haqqani | Gründer des Haqqani Netzwerks (picture-alliance/dpa/AP Photo/File/M. Riaz)

Dschalaluddin Hakkani auf einem 20 Jahre alten Foto

Die Nachricht über den Tod von Dschalaluddin Hakkani wurde von den Taliban per Whatsapp-Nachricht verbreitet. In der Mitteilung gab es keine Angaben über seinen genauen Todeszeitpunkt. Es hieß lediglich, er sei nach langer Krankheit gestorben.

Dschalaluddin Hakkani gilt als eine der Schlüsselfiguren des afghanischen Aufstands; das von ihm gegründete Netzwerk ist eine der berüchtigsten Gruppen und bis heute eng mit den Taliban verbündet. Seit einigen Jahren führt sein Sohn Siradschuddin das Netzwerk. Er ist zudem stellvertretender Anführer der afghanischen Taliban.

Islamisten-Gruppe soll für zahlreiche Anschläge verantwortlich sein

Hakkani, der vermutlich knapp 80 Jahre alt war, sprach fließend Arabisch und pflegte auch enge Beziehungen zu arabischen Dschihadisten, die nach dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan im Jahr 1979 in das Land kamen. Später wurde er Minister im Taliban-Regime. Das Hakkani-Netzwerk ist bekannt für seine häufigen Anschläge mit Selbstmordattentätern. Experten vermuten seit längerem, dass die Gruppe hinter einigen größeren Anschlägen in Kabul steckt.

Afghanistan, Vermisstes Paar, Joshua Boyle (picture-alliance)

Das Hakkani-Netzwerk soll hinter der Entführung von Joshua Boyle und seiner Familie im Jahr 2017 stecken

Kämpfer der Gruppe sollen untere anderem im Mai 2017 eine Lastwagenbombe im Herzen der afghanischen Hauptstadt Kabul platziert haben. Bei dem Anschlag wurden rund 150 Menschen getötet. Zudem soll die Gruppe führende afghanische Beamte ermordet haben und sie soll hinter zahlreichen Entführungen stecken, bei denen die Opfer erst nach Zahlung von Lösegeld wieder freigelassen wurden. Dazu gehören der Kanadier Joshua Boyle, seine amerikanische Frau Caitlan Coleman und ihre drei Kinder, die letztes Jahr freigelassen wurden. Das Hakkani-Netzwerk hielt auch den US-Soldaten Bowe Bergdahl fest, der 2014 im Austausch für fünf afghanische Häftlinge aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo freigelassen wurde.

bru/stu (dpa, afp)

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