Afghanische Friedensmarschierer ziehen in Kabul ein | Aktuell Asien | DW | 18.06.2018
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Afghanistan

Afghanische Friedensmarschierer ziehen in Kabul ein

Nach einem 700 Kilometer langen Marsch durch Afghanistan haben Friedensaktivisten die Hauptstadt Kabul erreicht. Die Demonstranten waren zunächst verlacht worden - hatten sich dann aber Respekt erworben.

Afghanistan Friedensmarsch Ankunft in Kabul (Reuters/M. Ismail)

Die Männer bei ihrer Ankunft in Kabul

Mehrere Dutzend Demonstranten haben in Kabul ein Ende der Kämpfe gefordert. Die Männer, darunter auch Kriegsverletzte auf Krücken und einer im Rollstuhl, hatten zuvor auf einem 700 Kilometer langen Friedensmarsch durch das Land für ihr Anliegen geworben. Für Afghanistan war der Marsch ein Novum. Er war nach einem Anschlag im März spontan aus Protestaktionen in der Unruheprovinz Helmand im Südafghanistan entstanden.

Zunächst wurden die Friedensmarschierer nicht ernst genommen, sie erwarben sich inzwischen aber großen Respekt der Öffentlichkeit. Sie fordern eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen Regierung und Extremistengruppen, Friedensgespräche und einen Zeitplan für den Abzug ausländischer Truppen aus Afghanistan. Ihre Botschaft wollten sie direkt der Regierung in Kabul überbringen, nachdem die radikalislamischen Taliban und Sicherheitskräfte auf Provinzebene ihre Forderung nach einem Ende der Kämpfe ignoriert hatten.

"Wir wollen, dass unser Volk vereint für den Frieden einsteht und dass wir der nächsten Generation dieses Elend ersparen", sagte der Friedensmarschierer Mohammed Naiksad beim Einzug in Kabul dem Sender Tolo News. Die Regierung und die Taliban müssten "in Gottes Namen endlich einen Weg zu Frieden und Versöhnung finden".

Die Aussichten dafür stehen allerdings nicht gut: Die Taliban ließen eine dreitägige Waffenruhe auslaufen, die sie anlässlich des Endes des islamischen Fastenmonats Ramadan für die drei hohen Eid-Feiertage von Freitag bis Sonntag verkündet hatten. Sie hatten die Waffenruhe verkündet, nachdem die Regierung schon am 12. Juni eine einseitige Feuerpause begonnen hatte. Ursprünglich sollte diese nur bis zum 20. Juni gelten. Präsident Aschraf Ghani hatte sie am Sonntag um zehn weitere Tage in der Hoffnung verlängert, dass die Islamisten mitziehen und den von Millionen Afghanen begeistert begrüßten Mini-Frieden ebenfalls ausweiten. 

In der Nacht zu Montag wurden aus dem Osten und dem Süden Afghanistans Taliban-Angriffe auf Sicherheitskräfte gemeldet. Angaben über Opfer lagen zunächst nicht vor. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kam es seit der Beendigung der Waffenruhe am Sonntagabend durch die Taliban nur zu vereinzelten Kämpfen.

stu/sti (afp, ap)
 

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