AfD-Delegation trifft Assad-Anhänger in Damaskus | Aktuell Deutschland | DW | 06.03.2018
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AfD-Delegation trifft Assad-Anhänger in Damaskus

Vertreter der rechtspopulistischen Partei halten sich zu einem mehrtägigen Besuch in Syrien auf. Dort trafen sie sich mit dem Großmufti, der 2011 gedroht hatte, notfalls Selbstmordattentäter nach Europa zu schicken.

Syrien Ahmed Badr el-Deen Hassoun Großmufti (picture-alliance/dpa/Y. Badawi)

Großmufti Ahmed Hassun

Mit ihrem Besuch in Syrien wollen die Bundes- und Landtagsabgeordneten der AfD nach eigener Darstellung die Forderung ihrer Partei nach einer Rückkehr der in Deutschland lebenden syrischen Flüchtlinge unterstreichen.

In sozialen Netzwerken veröffentlichte der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christian Blex Fotos, die ihn unter anderem bei einem Treffen mit dem syrischen Großmufti Ahmed Hassun zeigen. 

Der Großmufti ist ein Anhänger von Staatschef Baschar al-Assad. Der Geistliche hatte 2011 damit gedroht, Syrien werde im Falle einer westlichen Intervention Selbstmordattentäter nach Europa und Amerika schicken.

Blex: Die Lage in Syrien ist ruhig

Bei einem Treffen mit syrischen Regierungsvertretern äußerte Blex sein Erstaunen darüber, dass die Lage in Damaskus ruhig sei, wie die Regierungswebsite "tishreen" berichtet. Sie zitiert ihn mit den Worten: "Es war eine große Überraschung, weil wir eine normale Lage vorfanden und die Menschen ihr ganz normales Leben leben. Auf den Straßen gibt es Polizisten, aber keine gepanzerten Fahrzeuge."

Blex habe außerdem den Wunsch geäußert, auch Städte wie Homs oder Aleppo besuchen zu dürfen, um sich ein Bild davon machen zu können, wie Zivilisten dort lebten. Das Leben in Syrien werde in Deutschland völlig falsch dargestellt, sagte er.

Von der AfD hieß es, die Parteispitze sei vorab über die Reise ihrer Politiker unterrichtet worden. Neben Blex sind in Damaskus unter anderem die Bundestagsabgeordneten Frank Pasemann (Sachsen-Anhalt), Jürgen Pohl (Thüringen), Udo Hemmelgarn und Harald Weyel (NRW) sowie andere Landtagsabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen.

Die rechtspopulistische Partei hatte im November im Bundestag gefordert, die Bundesregierung solle mit der syrischen Führung Verhandlungen über eine Rückkehr der Flüchtlinge aufnehmen. Abgeordnete anderer Parteien hatten der AfD daraufhin "Zynismus und Heuchelei" vorgeworfen.

Die Mehrheit der nach Deutschland geflüchteten Syrer gehört zu den Gegnern Assads.

mm/uh/sti (dpa)

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