Acht Nordkoreaner in Japan gestrandet | Aktuell Asien | DW | 24.11.2017
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Nordkorea-Konflikt

Acht Nordkoreaner in Japan gestrandet

Sie kamen mit einem Holzboot und behaupten, Fischer zu sein. Die an der Nordostküste Japans gestrandeten Männer sorgen für Unruhe. Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Einer war besonders erschreckend.

Wie japanische Medien meldeten, hatte ein Bewohner der Küstenstadt Yurihonjo am Vorabend der Polizei von verdächtigen Männern am Meer berichtet. Später wurden die acht unversehrt in einem Hafen auf ihrem Boot gefunden.

Die Männer gaben demnach an, aus Nordkorea zu stammen. Beim  Fischen habe es Probleme mit ihrem 20 Meter langen Boot gegeben, das schließlich gestrandet sei.

Immer mehr Nordkoreaner stranden

In der vorigen Woche hatte die japanische Küstenwache drei in Seenot geratene Nordkoreaner gerettet. Sie wurden einem anderen nordkoreanischen Schiff übergeben. Zwölf Crewmitglieder gelten jedoch seitdem als vermisst. Ebenfalls vorige Woche war ein nordkoreanischer Soldat in den Süden übergelaufen, nachdem er in der demilitarisierten Zone zwischen den beiden koreanischen Staaten von seinen eigenen Kameraden angeschossen worden war.

Die Vorfälle fallen in eine Zeit erhöhter Spannungen zwischen Nordkorea und den Anrainerstaaten Japan und Südkorea sowie den USA. Das kommunistische Regime in Pjöngjang provozierte zuletzt mehrfach durch Raketen- und Atomtests.

Vermutungen, bei den acht jetzt aufgegriffenen Männern könne es sich um nordkoreanische Spione oder Deserteure handeln, wies der japanische Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga zurück. Es handle sich mit großer Sicherheit um Fischer, die Probleme mit ihrem Boot bekommen hätten. Trotzdem untersuchten die Behörden den Fall äußerst sorgfältig.

Südkorea Nordkoreanischer Soldat flieht (picture-alliance/dpa/YNA/United Nations Command)

Bild einer Überwachungskamera vom fahnenflüchtigen nordkoreanischen Soldaten

Fluchtursache Hunger?

Vor zwei Jahren hatten mysteriöse Leichen auf Schiffen vor der Küste Japans für Rätselraten gesorgt. Örtliche Medien spekulierten damals, dass es sich bei den verwesenden Leichen auf den Geisterschiffen um Nordkoreaner handelte, die beim Fischen waren und abgetrieben wurden. Aus dem isolierten kommunistischen Land gibt es immer wieder Berichte über Hungersnöte.

mak/cr (rtr, dpa)