Wasserfilter retten Bäume und Leben in Uganda | Global Ideas | DW | 05.05.2021
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Wasserfilter retten Bäume und Leben in Uganda

Sauberes Wasser ist Mangelware in Uganda. Um Keime abzutöten, wird es daher abgekocht, meist mit Holzkohle. Der CO2-Ausstoß ist enorm. Zwei junge Unternehmen wollen das ändern - mit einem klimafreundlichen Filtersystem.

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Uganda: Wasserfilter retten Leben

Sauberes Wasser ist ein Menschenrecht. Doch in Uganda sterben jedes Jahr viele Kinder an Durchfallerkrankungen. Häufig werden sie durch verschmutztes Wasser krank. Nach der Lungenentzündung ist akute Magen-Darm-Entzündung weltweit die zweithäufigste Todesursache bei Kleinkindern im Alter bis fünf Jahren.

Auch in der großen Flüchtlingssiedlung Nakivale im Westen Ugandas gibt es kaum sauberes Trinkwasser. Dina Nabintu, die mit ihrer Familie vor Gewalt im Kongo (DRK) geflohen ist, musste bis jetzt Wasser aus dem nahegelegenen See abkochen. Doch das Abkochen verbraucht viel Holz und Kohle, Entwaldung und hoher CO2-Ausstoß sind die Folge. 

Verkäufer in Ugandas Lyantonde-Distrikt bieten Holzkohle an einer Straße an

Die meisten Ugander sind zum Kochen auf Holzkohle angewiesen, was in dem Land mit seinem starken Bevölkerungswachstum stark zur Entwaldung beigetragen hat

Henry Othieno (l.), Mitgründer von Tusafishe, pflanzt Bäume mit Schülern der St. Bruno Secondary School, Ggoli, südlich von Ugandas Hauptstadt Kampala

Aufforstung und Umweltbildung ist ein weiteres Anliegen des ugandischen Sozialunternehmes Tusafishe

Das wollen zwei junge Sozialunternehmer, Saudah Birungi und Henry Othieno, mit ihrer Firma Tusafishe ändern. In dreißig Schulen haben sie große Wasserfilter auf Granitsandbasis installiert. Die Filter kosten rund 500 Euro. Jedes Elternpaar hat knapp einen Euro beigesteuert. Das Wasser wird so auch ohne Abkochen sauber.

Jeder Filter spart laut Tusafishe täglich 1500 kg CO2 ein. Für ihr Wasserprojekt wurden Saudah Birungi und Henry Othieno 2019 mit dem "SEED Low Carbon Award" ausgezeichnet. 

Auch Dina Nabintu und die anderen Bewohner der Flüchtlingssiedlung haben nun sauberes Trinkwasser ohne Abkochen. Denn durch das Projekt haben sie gelernt, wie sie kleine Wasserfilter für den Hausgebrauch selbst bauen können.

Projektziel: Das SEED-Projekt unterstützt nachhaltig wirtschaftende Firmen von der Gründungs- bis zur Wachstums- und Skalierungsphase. Gefördert werden Unternehmen in Uganda, Ghana, Südafrika, Indien, Indonesien und Thailand.

Laufzeit: April 2013 bis Dezember 2022.

Projektpartner: Durchführungspartner sind unter anderem das United Nations Development Programme (UNDP) und das United Nations Envrionment Programme(UNEP).

Budget: Das Deutsche Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) unterstützt das SEED-Projekt mit gut sieben Millionen Euro im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI).

Ein Film von Julius Mugambwa und Wolf Gebhardt

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