75. D-Day-Jubiläum: USA und Frankreich zeigen ihre Verbundenheit | Europa | DW | 06.06.2019
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Gedenken

75. D-Day-Jubiläum: USA und Frankreich zeigen ihre Verbundenheit

Bei der Gedenkfeier zum 75. D-Day-Jubiläum in der Normandie gaben sich die Präsidenten Macron und Trump bemerkenswert versöhnlich. Aber der längste Applaus galt den Veteranen. Von Catherine Martens, Colleville-sur-Mer.

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Gedenken an die Helden des D-Day in Frankreich

"Ich war 17 Jahre. So jung. Ich hatte keine Ahnung, was vor mir lag". Buck Price erinnert sich an jene Stunden, kurz bevor er als Soldat der US-Navy mit seinem Kriegsschiff den Landungsstrand "Omaha Beach" ansteuerte.

Buck Price, Veteran der US-Navy (DW/C. Martens)

D-Day-Veteran Price: Noch einmal zurück, an die Strände der Normandie

Es sei seine Pflicht, so Price, hier heute seiner gefallenen Kameraden zu gedenken. Selbst mit seinen nun 92 Jahren konnte den US-Amerikaner die lange Anreise aus North Carolina nach Nordfrankreich nicht abhalten, zusammen mit rund zehntausend anderen Menschen auf dem US-Militärfriedhof in Colleville-sur-Mer die Erinnerung an all jene wachzuhalten, die, "die Strände der Normandie niemals verlassen haben", so US-Präsident Donald Trump in seiner Ansprache auf der amerikanisch-französischen Gedenkfeier.

Gedenken an Freiheit und Demokratie

Alliierte Truppen waren vor einem dreiviertel Jahrhundert von England kommend in der Normandie gelandet - auf der anderen Seite des Ärmelkanals. Dieser "längste Tag" begann um kurz nach Mitternacht, rund 5000 Schiffe setzten sich am 6. Juni 1944 in Bewegung, die Luftstreitkräfte flogen 13.000 Einsätze. 6939 Wasserfahrzeuge, 11.500 Flugzeuge, mehr als 150.000 Mann waren aufseiten der Alliierten im Einsatz.

Das Außergewöhnliche an der sogenannten Operation "Overlord", so US-Präsident Trump in seiner etwa halbstündigen Rede: Die Soldaten hätten bei ihrem selbstlosen Einsatz "nicht um Macht gekämpft, sondern für Freiheit und Demokratie". Und so standen Frieden und Freiheit bei der Gedenkfeier in Colleville-sur-Mer im Vordergrund.

Emmanuel Macron und Donald Trump in Colleville-sur-Mer (Reuters/C. Barria)

Partner Macron und Trump: "Kampf für Freiheit und Demokratie"

Daran erinnerte auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron. Auf Englisch richtet er sich direkt an die US-Veteranen, um seine Dankbarkeit zu unterstreichen, die Frankreich bis heute gegenüber den Amerikanern empfindet. "Wir wissen, was wir Ihnen verdanken: unsere Freiheit!"

Frankreich, so Macron weiter auf Französisch, werde nie vergessen, wie Amerika das Ruder für das Schicksal der Welt herumgerissen habe. Dies sei der Moment, daran zu erinnern, dass die USA ein beständiger Freund seien. Die USA hätten, so Macron, dazu beigetragen, dass Frankreich 1944 von der Nazi-Diktatur befreit wurde und danach unabhängig geblieben ist.

Bekenntnis zur transatlantischen Freundschaft

In Zeiten, in denen der Westen tiefe Risse zeigt und sich die westlichen Verbündeten uneins sind wie selten zuvor, in denen die Bewahrung der Nachkriegsordnung und die der internationalen Bündnisse fragil erscheint, präsentierten sich Frankreich und die USA hier in der Normandie bemerkenswert versöhnlich. Es gab auch keine lauten Töne oder gar Patzer aufseiten von Donald Trump. Sonst allzu oft ohne Takt und Fingerspitzengefühl, ließ er auf der Gedenkfeier unweit des Landungsabschnitts "Omaha Beach" den Menschen Raum und Ruhm, die selbst Teil der bis heute größten Militäraktion der Geschichte waren und damit den Lauf der Welt maßgeblich formten.

Gedenkfeier in Colleville-sur-Mer (DW/C. Martens)

Gedenkfeier in Colleville-sur-Mer: Beifall für die Veteranen

Die Alliierten, so Trump, seien "Bürger freier, unabhängiger Nationen" gewesen. Die Beziehung zwischen ihnen sei unzerbrechlich. So wohlwollende Worte für das transatlantische Verhältnis gab es seit Beginn seiner Amtszeit kaum.

Der längste Applaus galt den Veteranen. Fünf von ihnen wurden zudem als Ritter der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet. Diesmal werden wohl zum letzten Mal Veteranen in nennenswerter Zahl dabei sein. Das weiß auch US-Navy Veteran Buck Price. Auch deshalb wollte er noch einmal zurück, an die Strände der Normandie.

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