737 MAX brockt Boeing Milliardenkosten ein | Aktuell Amerika | DW | 18.07.2019
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Luftfahrt

737 MAX brockt Boeing Milliardenkosten ein

Boeing wird durch die Krise um die Modellreihe zunehmend flügellahm. Eine Sonderlast in Höhe von fünf Prozent des Jahresumsatzes verhagelt die Quartalszahlen. Doch das US-Unternehmen selbst verbreitet Optimismus.

Boeing 737 MAX (Getty Images/S. Brashear)

Grounded: Boeing 737 MAX am Standort Seattle (Archivbild)

Der US-Luftfahrtkonzern Boeing wird wegen der Probleme mit der Baureihe 737 MAX hohe Sonderkosten in der Bilanz ausweisen. Im zweiten Quartal werde eine zusätzliche Belastung von 4,9 Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro) nach Steuern anfallen, teilte das Unternehmen mit.

Laut Boeing soll das Geld für potenzielle Entschädigungen von Fluggesellschaften verwendet werden, die wegen des Ausfalls der 737 MAX unter Betriebsstörungen leiden und auf bestellte Flugzeuge warten müssen. Der Konzern will die Sonderkosten zwar komplett im zweiten Quartal verbuchen. Mögliche Kompensationen an die Airlines sollen aber erst über mehrere Jahre gestreckt erfolgen.

Druck auf die Marge

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, dürften die Produktionskosten des gesamten 737-Programms im zweiten Quartal um etwa 1,7 Milliarden Dollar angestiegen sein. Hauptursache sei, dass die Fertigungsrate länger als geplant reduziert werden müsse. Auch künftig werde die Gewinnspanne dadurch belastet.

Die 737-MAX-Baureihe war nach zwei Abstürzen in Indonesien und Äthiopien in Misskredit geraten. Bei den Unglücken kamen insgesamt mehr als 340 Menschen ums Leben. Für den betroffenen Flugzeugtyp wurden weltweit Startverbote verhängt. Ob und wann die 737-Serie wieder abheben darf, ist unklar. Zuletzt hatte die Flugaufsicht weitere Probleme festgestellt, was eine Wiederzulassung noch erschweren könnte.

Hoffnung auf den Herbst

Boeing selbst hofft, im Herbst wieder eine Betriebserlaubnis für die Baureihe zu bekommen. Der Konzern erklärte, die Rückkehr zum Flugbetrieb werde für den Beginn des vierten Quartals angestrebt. Beobachter werten dies als überaus optimistisch.

Das Unternehmen steht im Verdacht, die Flugzeuge überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der Konzern bestreitet dies zwar, hat aber Pannen eingeräumt. Untersuchungsberichte deuten auf eine fehlerhafte Steuerungssoftware als Absturzursache hin.

jj/bru (dpa, rtr)

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