70 Jahre Vereinte Nationen | Top-Thema – Podcast | DW | 27.10.2015
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Top-Thema – Podcast

70 Jahre Vereinte Nationen

1945 wurden die UN gegründet, um Kriege zu verhindern. 70 Jahre später stehen sie vor dem Problem, wie sie mit den vielen Konflikten weltweit umgehen sollen. Kritiker glauben, dass sie damit überfordert sind.‎

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70 Jahre Vereinte Nationen – das Top-Thema als MP3

Im Juni 1945 unterschrieben 50 Staaten die UN-Charta. Der Zweite Weltkrieg, der Millionen von Todesopfern gefordert hatte, war gerade erst zu Ende gegangen. In Zukunft wollten die Länder gemeinsam Kriege verhindern und sich weltweit für die Völker- und Menschenrechte einsetzen. Am 24. Oktober wurde der Vertrag gültig. Heute gehören 193 Staaten zu den Vereinten Nationen.

Doch 70 Jahre nach ihrer Gründung 1945 stehen die UN vor großen Herausforderungen: Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine und die Flüchtlingskrise sind nur ein Teil der Konflikte im Jahr 2015. Und es gibt Zweifel daran, ob die UN diese Probleme lösen können. Im März 2015 warfen zum Beispiel 21 Hilfsorganisationen den Vereinten Nationen völliges Versagen im Syrien-Krieg vor. Es wird viel diskutiert, aber nicht gehandelt, sagen Kritiker.

Für diese Entwicklung sind die Mitgliedstaaten selbst verantwortlich, meint der frühere deutsche UN-Botschafter Hanns Heinrich Schumacher. Er kritisiert besonders den UN-Sicherheitsrat: Seine fünf ständigen Mitglieder USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien können jede Entscheidung mit einem Veto verhindern. Und das machen sie manchmal auch, weil sie nationale Interessen haben. Außerdem lehnen diese Staaten immer wieder Reformen ab, durch die sie ihre Macht verlieren würden.

Kritisiert werden die UN aber auch, weil Blauhelmsoldaten Morde an der Bevölkerung in Krisengebieten nicht verhindern konnten – wie zum Beispiel 1994 in Ruanda oder 1995 in Bosnien. Gunter Pleuger, früherer deutscher UN-Botschafter, findet jedoch, dass es auch viele Erfolge in der Geschichte der UN gibt. So halfen die Vereinten Nationen zum Beispiel dabei, dass zwischen den 1940er Jahren und 2002 120 Kolonien unabhängig wurden.


Glossar

Vereinte Nationen (nur im Plural) – eine Gemeinschaft von Staaten; die UN (Abkürzung für United Nations)

vor etwas stehen – hier: in einer schwierigen Situation sein

Konflikt, -e (m.) – hier: die Krise; der Krieg

mit etwas um|gehen – mit etwas fertig werden; auf etwas reagieren

Kritiker, -/Kritikerin, -nen – jemand, der kritisch ist (Verb: jemanden kritisieren)

überfordert sein – mit etwas nicht fertig werden; etwas (ein Problem) nicht lösen können

Charta, -s (f.) – hier: ein Vertrag zwischen Staaten

Todesopfer fordern – dazu führen, dass viele Menschen sterben müssen (z. B. im Krieg)

sich für etwas/jemanden ein|setzen – etwas/jemanden unterstützen

Völkerrecht (n., nur Singular) – international gültiges Recht

Menschenrechte (nur Plural) – die Rechte, die alle Menschen auf der Welt haben sollten

Herausforderung, -en (f.) – hier: die schwierige Aufgabe, die jemand hat

Flüchtlingskrise, -n (f.) – die Tatsache, dass sehr viele Menschen ihre Länder verlassen müssen, weil sie dort z. B. nicht in Sicherheit leben können

Hilfsorganisation, -en (f.) – eine Organisation, die Menschen in Not hilft

jemandem völliges Versagen vor|werfen – sagen, dass jemand alles falsch macht

Botschafter, -/Botschafterin, -nen – hier: jemand, der sein Land in der UN vertritt

Sicherheitsrat (m., nur Singular) – Staaten in der UN, die besondere Rechte haben

ständig – immer; so, dass etwas immer da ist und nicht geändert wird

Veto, -s (n.) – das Recht, etwas abzulehnen

Blauhelmsoldat, -en/Blauhelmsoldatin, -nen – ein Soldat/eine Soldatin, der/die für die UN arbeitet

Kolonie, -n (f.) – ein Gebiet, das politisch und wirtschaftlich nicht frei ist, sondern von einem anderen Land gesteuert wird


Fragen zum Text

1. Welcher Satz ist
nicht richtig?
a) Die Vereinten Nationen wurden gegründet, um den Frieden in der Welt zu sichern.
b) Die Vereinten Nationen haben 1945 zum ersten Mal über Menschenrechte diskutiert.
c) Seit 1945 ist die Anzahl der UN-Mitgliedsstaaten stark gestiegen.

2. Was steht im Text? Die UN werden kritisiert, weil …
a) einige Staaten Entscheidungen verhindern können.
b) sie sich zu sehr um die Menschen in Syrien kümmern und andere Konflikte vergessen.
c) Blauhelmsoldaten Millionen von Menschen in Ruanda und Bosnien getötet haben.

3. Durch die Arbeit der UN gibt es heute …
a) mehr Krisen auf der Welt.
b) weniger Kolonien auf der Welt.
c) mehr Reformen im Sicherheitsrat.

4. Wie heißt der Satz im Passiv? „1945 unterschrieben 50 Staaten die UN-Charta.“
a) 1945 wurde die UN-Charta von 50 Staaten unterschrieben.
b) 1945 wurde die UN-Charta mit 50 Staaten untergeschrieben.
c) 1945 wurde die UN-Charta durch 50 Staaten geunterschrieben.

5. Wie heißt der Satz im Aktiv? „Es wird viel diskutiert, aber nicht gehandelt.“
a) Man soll viel diskutieren, aber nicht handeln.
b) Es diskutiert viel, aber handelt nicht.
c) Man diskutiert viel, aber handelt nicht.


Arbeitsauftrag
Was wisst ihr über die Arbeit der UN? Findet mehr über die Ereignisse in Ruanda und Bosnien heraus und schreibt einen kurzen Text darüber.

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