30 Jahre Haft für Milizenführer aus dem Kongo | Aktuell Afrika | DW | 07.11.2019
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Justiz

30 Jahre Haft für Milizenführer aus dem Kongo

Ein so hohes Strafmaß hatte das Weltstrafgericht in Den Haag noch nie ausgesprochen: Der ehemalige Milizenführer Ntaganda wurde für seine Gräueltaten und Kriegsverbrechen in allen Punkten schuldig gesprochen.

Internationaler Strafgerichtshof Urteil Bosco Ntaganda (Reuters/P. Dejong)

Bosco Ntaganda bei der Urteilsverkündung in Den Haag

Während der Urteilsverkündung zeigte der ehemalige kongolesische Milizenführer Bosco Ntaganda keinerlei Emotionen: Das Weltstrafgericht in Den Haag bezeichnete den 46-Jährigen als Kriegsverbrecher und verurteilte ihn zu 30 Jahren Gefängnis. Von lebenslanger Haft sahen die Richter des Internationalen Strafgerichtshofs in ihrem Urteil ab. Zuvor hatten sie den als "Terminator" bezeichneten einstigen Kriegsherrn bereits in allen Anklagepunkten für schuldig befunden.

Massive Kriegsverbrechen

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Ntaganda in den Jahren 2002 und 2003 in der Demokratischen Republik Kongo Massaker an Zivilisten verübt hat. Außerdem sei er für die sexuelle Versklavung von Kindern verantwortlich gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Robert Fremr aus Tschechien. Des weiteren wurde Ntaganda des Mordes, der Vergewaltigung und des Einsatzes von Kindersoldaten für schuldig befunden. Er benutzte wohl auch Kindersoldaten als Leibwächter. Nach Überzeugung des Gerichts fungierte Ntaganda als einer der Hauptführer der Rebellengruppe "Patriotische Kräfte für die Befreiung des Kongos".

Kriegsverbrecher Bosco Ntaganda (AFP/Getty Images/L. Healing)

Bosco Ntaganda im Jahr 2009, als er Hauptanführer der Rebellengruppe "Patriotische Kräfte für die Befreiung des Kongos" war

Ntaganda hatte sich 2013 nach sieben Jahren auf der Flucht gestellt. Er hat stets seine Unschuld beteuert. "Ich bin ein Revolutionär, kein Verbrecher", hatte er in seinem Schlusswort gesagt. Die Rebellen gehörten zum Volksstamm der Hema und kämpften um die Vorherrschaft in dem rohstoffreichen Gebiet. Die Attacken seiner Anhänger richteten sich vor allem gegen die ethnische Gruppe der Lendu.

Ntaganda hat 30 Tage Zeit gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Der Strafgerichtshof in Den Haag ist das erste ständige internationale Gericht, das Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und das Verbrechen der Aggression verfolgt.

as/sti (dpa, ape, rtre)

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