27.09.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten | Nachrichten | DW | 27.09.2013
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Nachrichten

27.09.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Russland und die USA haben sich auf einen Entwurf für eine Syrien-Resolution verständigt. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte in New York, der Text stehe im Einklang mit dem Plan von Genf, die syrischen Chemiewaffen sicherzustellen und zu vernichten. Der Entwurf enthalte keinen Hinweis auf Kapitel VII der UN-Charta, sagte Lawrow weiter. Nur damit wäre die Androhung von Strafmaßnahmen möglich gewesen, falls die syrische Regierung nicht wie angekündigt kooperiert. Der Westen hatte solche Sanktionsmöglichkeiten gefordert, Russland hatte sich dagegen ausgesprochen. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle begrüßte die Einigung. Nun könne ein genauer Zeitplan zur Beseitigung der Chemiewaffen-Arsenale erstellt werden.

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US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Kollege Mohammed Dschawad Sarif sind in New York zu einem historischen Zweiergespräch zusammengekommen. Die Begegnung fand am Rande der Atomgespräche statt und war das ranghöchste Treffen zwischen Vertretern beider Länder seit der iranischen Revolution 1979. Kurz zuvor waren beide zu einem Gespräch mit Vertretern der übrigen Vetomächte des UN-Sicherheitsrats sowie Deutschlands zusammengekommen. Dabei wurde vereinbart, die Gespräche über das iranische Atomprogramm Mitte Oktober wieder aufzunehmen. Der Westen verdächtigt die iranische Regierung, heimlich Atomwaffen zu bauen, was diese bestreitet.

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Bei den Bauarbeiten für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar sollen mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen sein. Nach Informationen der britischen Zeitung "The Guardian" würden Arbeiter, die vor allem aus Nepal kommen, wie moderne Sklaven behandelt. Sie müssten unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Vielen seien die Pässe weggenommen worden und sie würden seit Monaten nicht bezahlt. Der Weltfußballverband FIFA zeigte sich in einer ersten Erklärung sehr besorgt und kündigte eine Überprüfung der Vorwürfe an.

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Die SPD berät auf einem Parteikonvent über mögliche Koalitionsverhandlungen mit der Union. An dem Treffen nehmen etwa 200 führende Sozialdemokraten teil. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wird Parteichef Sigmar Gabriel eine Mitgliederbefragung vorschlagen und die rund 470.000 Sozialdemokraten über eine mögliche Koalition entscheiden lassen. Auch bei den Grünen wird über die künftige politische Ausrichtung beraten. Die Partei hat erhebliche Vorbehalte gegen eine Koalition mit der Union.

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Der Weltklimarat stellt in Stockholm den ersten Teil seines fünften Sachstandsberichtes vor. Das Papier fasst die Erkenntnisse Hunderter Experten zu den Ursachen und dem weiteren Verlauf der Erderwärmung zusammen. Dafür wurden zehntausende Studien analysiert. Das Papier beschreibt unter anderem, wie sich Ozeane, Gletscher und Temperaturen in den kommenden Jahrzehnten verändern könnten. Die Daten zur Erderwärmung bilden eine wichtige Handlungsgrundlage für die Politik. Nach Angaben der Vereinten Nationen schreitet der Klimawandel schneller und stärker voran als erwartet.

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Aus Protest gegen den öffentlichen Umgang mit Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi haben mehrere Abgeordnete seiner Partei Volk der Freiheit ihren Rücktritt erklärt. Öffentlichkeitswirksam vor Kameras übereichten sie ihre Rücktrittsschreiben. Die Berlusconi-Partei hatte wiederholt damit gedroht, die Regierungskoalition mit der linksbürgerlichen Demokratischen Partei zu verlassen, wenn Berlusconi seinen Sitz im Senat verliert. Nach dem Severino-Gesetz von 2012 muss einem Politiker sein Mandat aberkannt werden, wenn er zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt ist. Berlusconi war am 1. August in letzter Instanz wegen Steuerbetrugs und Korruption zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Immunitätsausschuss des Senats entscheidet deshalb an diesem Freitag über Berlusconis Verbleib in der zweiten Parlamentskammer.

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Das portugiesische Verfassungsgericht hat Teile der Arbeitsmarktreform gekippt, die im vergangenen Jahr auf Druck der internationalen Geldgeber beschlossen worden waren. Mit den Gesetzesnovellen sollten Entlassungen von Arbeitnehmern erleichtert und Arbeitszeitverlängerungen ermöglicht werden. Die Verfassungsrichter entschieden jedoch, dass Unternehmen vor der Entlassung von ungeeigneten Beschäftigten prüfen müssen, ob es für diese einen geeigneten Arbeitspatz gibt. Das Oberste Gericht hatte bereits drei Mal Sparmaßnahmen blockiert. Das verschuldete Portugal bekommt im Rahmen eines Rettungspakets von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) insgesamt 78 Milliarden Euro und hat dafür Einsparungen versprochen.

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