26 Tote bei Massaker in Burundi | Aktuell Afrika | DW | 12.05.2018
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Ostafrika

26 Tote bei Massaker in Burundi

Wenige Tage vor einem umstrittenen Verfassungsreferendum ist die Gewalt in Burundi erneut eskaliert. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar, Sicherheitsminister Bunyoni spricht von "Terroristen aus dem Kongo".

Burundi Alain-Guillaume Bunyoni, Minister für Sicherheit (Getty Images/AFP)

Sicherheitsminister Bunyoni vermutet die Täter im benachbarten Kongo

In der Nacht zum Samstag haben bewaffnete Angreifer den Ort Ruhagarika nahe der nordwestlichen Grenze zur Demokratischen Republik Kongo überfallen und dabei 26 Menschen getötet. Unter den Toten seien "Männer, Frauen und Kinder", sagte ein Behördenvertreter. Die Suche nach weiteren Opfern sei noch nicht abgeschlossen. Zeugen berichteten von einer stundenlangen Gewaltorgie, bei der weitere zehn Menschen verletzt worden seien.

Die Angreifer sollen mit Schusswaffen und Messern bewaffnet gewesen sein und Gebäude in Brand gesetzt haben. "Diese Verbrecher zogen von Haus zu Haus und richteten ein wahres Blutbad an", sagte der Behördensprecher. Eine ganze Familie sei bei lebendigem Leib in ihrem Haus verbrannt worden.

Minister vermutet Täter im Kongo

Weder die Täter noch ihre Motive sind bisher bekannt. Anwohner sagten, die Angreifer seien nach dem Überfall über die Grenze in den Kongo verschwunden. Diese Berichte werden auch Alain-Guillaume Bunyoni (Foto) bestätigt. Der Minister für Öffentliche Sicherheit verurteilte die Tötungen, "die von Terroristen ausgeführt wurden, die über die Grenze aus der Demokratischen Republik Kongo gekommen sind". Burundi habe die kongolesischen Behörden kontaktiert, um die Täter aufzuspüren.

Der Angriff fand nur wenige Tage vor einem Referendum statt, welches Burundis Präsidenten Pierre Nkurunziza erlauben würde, bis 2034 im Amt zu bleiben. Der 54-Jährige regiert das ostafrikanische Land seit 2005. Vor drei Jahren kam es wegen einer umstrittenen erneuten Kandidatur Nkurunzizas zu einer politischen Krise, die bis heute anhält. Seitdem wurden mehr als 1000 Menschen getötet, rund 500.000 Einwohner haben das Land mittlerweile verlassen.

djo/fz (afp, dpa, epd)