25 Jahre Haus der Geschichte: Wie die Deutschen seit 1945 leben | Kultur | DW | 14.06.2019
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Deutsche Nachkriegsgeschichte

25 Jahre Haus der Geschichte: Wie die Deutschen seit 1945 leben

Das Haus der Geschichte zeigt anschaulich, wie sich Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkriegs politisch, kulturell und gesellschaftlich entwickelt hat. Vor 25 Jahren wurde das Museum in Bonn eröffnet.

Von Anfang an war das Haus der Geschichte Chefsache: Die Bundesregierung habe beschlossen, "in Bonn eine Sammlung zur deutschen Geschichte seit 1945 zu gründen, die der Geschichte unseres Staates und der geteilten Nation gewidmet ist. Für jedes Volk ist Geschichte Quelle der Selbstvergewisserung. Deshalb ist die Pflege von Kultur und Geschichte auch eine nationale Zukunftsaufgabe", so hatte Helmut Kohl 1987 den Bau des Museums begründet. 

Er selbst war es auch, der das Haus der Geschichte an der Bonner Willy-Brandt-Allee am 14. Juni 1994 eröffnete. Erst wenige Jahre zuvor war die Berliner Mauer gefallen. Dieses Ereignis stellte das Museum vor eine ganz neue deutsche Geschichte. Tatsächlich wurde der Museumsbau damit zu einer Art "Schlussstein der Bonner Republik". So hatte ihn das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" wenige Tage vor der Eröffnung bezeichnet.

Haus der Geschichte: Dauerausstellung ist das Herzstück

Doch war dieser Schlussstein auch Anfang einer erfolgreichen Museumsgeschichte. Mit jährlich rund 650.000 Besuchern in Bonn und 1,2 Millionen Besuchern einschließlich der Außenstellen in Leipzig und Berlin zählt das Haus der Geschichte längst zu den beliebtesten Museen in Deutschlands. 7000 Exponate umfasst allein die Dauerausstellung. Hinzu kommen wechselnde Schauen. Aktuell wird die Ausstellung "Very British" vorbereitet, die am 10. Juli ihre Pforten öffnet und einen deutschen Blick auf den Brexit wirft.

Eine andere Ausstellung leuchtete zuletzt die "German Angst" aus. 2018 beschäftigten sich die Kuratoren mit "Deutschen Mythen seit 1945" und rüttelten dabei an mancher deutscher Selbstgewissheit, etwa dem Selbstbild als Umweltschützer und Fußballnation. Einen weiteren Mythos der Deutschen thematisiert auch die Dauerausstellung gleich zu Beginn: "Die Stunde Null ", mit der die Bundesrepublik latent suggerierte, es habe nach 1945 keine Kontinuitäten zum NS-Deutschland gegeben.

Deutsche Nachkriegsgeschichte erlebbar machen

Jedes Objekt müsse eine Geschichte erzählen, erläuterte der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, Hans Walter Hütter, das Sammlungsprinzip. So gebe es in der Dauerausstellung einen Zahnarztstuhl. "Das ist kein beliebiger Stuhl, er wurde während der Luftbrücke nach Berlin eingeflogen und dokumentiert die Mangelversorgung in der eingeschlossenen Stadt." 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Haus der Geschichte in Bonn (Jennifer Zumbusch)

Eröffnung der überarbeiteten Dauerausstellung 2017 - mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Museumschef Hans Walter Hütter

Ein weiteres Beispiel: ein Care-Paket, also ein Nahrungsmittelpaket, aus der Nachkriegszeit. Dies sei schwer zu finden gewesen, so Hütter, obwohl davon nach dem Krieg Millionen aus Amerika nach Deutschland verschickt wurden. Aber weil sie eben sehr willkommen waren, blieb davon kaum etwas übrig. "Wir haben dann über einen Sammlungsaufruf ein komplettes Care-Paket mit Inhalt aus dem Schwabenland bekommen", berichtete Hütter. "Die Familie hatte das nach dem Krieg beiseite gestellt, weil man ja nicht wusste, ob nicht noch schlechtere Zeiten kommen würden." 

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Check-in - Das Reisemagazin: Haus der Geschichte in Bonn

Seit seiner Gründung hat das Museum etwa eine Million Objekte gesammelt. Und entwirft mit ihren Geschichten ein lebendiges Bild der deutschen Nachkriegsgeschichte.

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