25 Jahre Deutsche Einheit | Top-Thema – Podcast | DW | 02.10.2015
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

25 Jahre Deutsche Einheit

Über 40 Jahre lang war Deutschland in Ost und West geteilt. Seit dem 3. Oktober 1990 ist Deutschland wieder vereint. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Und auch 25 Jahre später gibt es noch Unterschiede.

Audio anhören 03:00

25 Jahre Deutsche Einheit – das Top-Thema als MP3

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland von den vier Siegermächten Frankreich, Sowjetunion, USA und Großbritannien aufgeteilt: Im Osten entstand die DDR, im Westen die BRD. Der Mauerfall am 9. November 1989 war dann der erste Schritt zur Wiedervereinigung Deutschlands. Allerdings bestimmte das Potsdamer Abkommen von 1945, dass die Siegermächte zustimmen müssen. An dieser Situation änderte auch der Mauerfall wenig.

Nach diesem Ereignis erwarteten alle, dass Russland oder die USA den nächsten Schritt tun würden. Doch dann übernahm der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl überraschend die Initiative – ohne vorher die Siegermächte zu fragen. Er stellte einen 10-Punkte-Plan vor, der die Schritte zur deutschen Wiedervereinigung beschrieb. Die Regierungen in Paris und London, Moskau und Washington waren irritiert. Doch sie erkannten schnell, dass der Plan des Bundeskanzlers ein neues Europa schaffen könnte.

Amerikanische Diplomaten sorgten dafür, dass es zu offiziellen Verhandlungen kam. Die vier Siegermächte setzten sich mit den zwei deutschen Staaten an einen Tisch. Heute gelten die sogenannten 2+4-Gespräche als Glanzstück internationaler Diplomatie. Am 3. Oktober 1990 war es dann soweit: 327 Tage nach dem Mauerfall kam die Deutsche Einheit.

Auf dem Papier ist Deutschland wieder ein Land, doch die Vereinigung von Ost und West ist 25 Jahre später immer noch nicht ganz abgeschlossen: Fast die Hälfte der Deutschen glaubt, dass es mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West gibt. Viele der Ostdeutschen finden die Westdeutschen arrogant. Und die Westdeutschen denken, dass die Ostdeutschen vor allem „anspruchsvoll“ und „unzufrieden“ sind. Unter 30-Jährige sehen das allerdings anders: Für sie ist Ost und West schon lange Vergangenheit.


Glossar

Deutsche Einheit (f.) – die → Wiedervereinigung

vereint sein – eins sein; zusammen sein

Siegermacht, -mächte (f.) – hier: die Länder, die den Zweiten Weltkrieg gewonnen und Deutschland danach verwaltet haben

DDR (f.) – Abkürzung für: Deutsche Demokratische Republik; ein kommunistischer Staat in Mitteleuropa, der von 1949 bis 1990 existierte

BRD (f.) – Abkürzung für: Bundesrepublik Deutschland

Mauerfall (m., nur Singular) – die Öffnung der Grenze zwischen der DDR und der BRD

Wiedervereinigung (f., nur Singular) – hier: die Tatsache, dass ein geteiltes Land wieder zu einem Land gemacht wird

Abkommen, - (n.) – der Vertrag; die gemeinsame Absprache

zu|stimmen – hier: etwas erlauben; sagen, dass etwas getan werden kann

die Initiative übernehmen – in einer Sache aktiv werden

damalig – früher

Bundeskanzler, -/ Bundeskanzlerin, -nen – der deutsche Regierungschef; die deutsche Regierungschefin

irritiert – unsicher; so, dass man nicht weiß, was man denken soll

Diplomat, -en/Diplomatin, -nen – jemand, der sein Land im Ausland vertritt

Verhandlung, -en (f.) – das Diskutieren über eine Sache, das zu einem Ergebnis führen soll

Glanzstück, -e (n.) – etwas, das sehr gut ist; etwas, das nicht besser sein kann

Diplomatie (f., nur Singular) – das kluge Verhalten bei → Verhandlungen

abgeschlossen – hier: fertig; erfolgreich beendet

arrogant – so, dass jemand denkt, er sei besser als andere

anspruchsvoll – hier: so, dass jemand viel haben will


Fragen zum Text

1. Wann wurde die Deutsche Wiedervereinigung offiziell bestimmt?

a) 327 Tage nach dem Potsdamer Abkommen
b) am 9. November 1989
c) am 3. Oktober 1990

2. Welche Staaten waren bei den 2+4-Gesprächen dabei?
a) die USA, die Sowjetunion und die DDR
b) die vier Siegermächte
c) die vier Siegermächte, die BRD und die DDR

3. Welche Aussage steht im Text?
a) Die Westdeutschen halten die Ostdeutschen für anspruchsvoll.
b) Die Ostdeutschen finden, dass die Westdeutschen immer unzufrieden sind.
c) Die Mehrheit der Deutschen glaubt, dass es heute noch sehr viele Unterschiede zwischen Ost und West gibt.

4. Wie lautet dieser Satz im Passiv? „Die vier Siegermächte teilten Deutschland auf.“
a) Deutschland wurde von den vier Siegermächten aufgeteilt.
b) Die vier Siegermächte wurden von Deutschland aufgeteilt.
c) Die vier Siegermächte werden Deutschland aufteilen.

5. Wie lautet dieser Satz im Aktiv? „Dann wurde die Initiative von Bundeskanzler Helmut Kohl übernommen.“
a) Bundeskanzler Helmut Kohl wird dann die Initiative übernehmen.
b) Bundeskanzler Helmut Kohl übernimmt dann die Initiative.
c) Bundeskanzler Helmut Kohl übernahm dann die Initiative.


Arbeitsauftrag
Was waren vor allem die großen Unterschiede zwischen der DDR und der BRD? Was gab es in der BRD, was es in der DDR nicht gab, und umgekehrt? Recherchiert dazu im Internet. Informationen findet ihr unter anderem auf www.dw.com, zum Beispiel unter www.dw.com/de/ostalgie-die-sehnsucht-nach-dem-einst-verp%C3%B6nten/a-17926192

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads