24 Jahre Haft für Südkoreas Ex-Präsidentin | Aktuell Asien | DW | 06.04.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Südkorea

24 Jahre Haft für Südkoreas Ex-Präsidentin

Wegen Korruption und Machtmissbrauch ist Park Geun-hye von einem südkoreanischen Gericht verurteilt worden. Die 66 Jahre alte Angeklagte war im März des vergangenen Jahres von ihrem Amtspflichten enthoben worden.

Ein Gericht in Seoul hat die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun-Hye wegen Korruption und anderer Vergehen verurteilt. Sie habe sich auch des Machtmissbrauchs und der Nötigung schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter beim Bezirksgericht in der live übertragenen Urteilsverkündung. 

Er verhängte gegen Park außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 18 Milliarden Won (etwa 14 Millionen Euro). Die Angeklagte habe "ihre Macht missbraucht, die ihr von der Bevölkerung übertragen wurde", sagte der Richter. 

Das Strafmaß liegt nahe an der Forderung der Anklage. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 30 Jahren für die konservative Politikerin gefordert. Der Skandal um die Präsidentin hatte ein weit reichendes Korruptionsnetz in Südkorea enthüllt.

So soll Park Geun Hye bei großen Konzernen die Hand aufgehalten und ihrer Freundin Choi Soon Sil geholfen haben, sich persönlich zu bereichern. Zudem soll Park ihrer einstigen Vertrauten die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt haben, obwohl diese kein öffentliches Amt innehatte. Choi wurde somit eine Schlüsselfigur in dem Skandal. Sie ist bereits zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

Choi Soon Sil (picture-alliance/Yonhap)

Die ehemalige Park-Vertraute Choi Soon Sil muss eine lange Haftstrafe absitzen

Park blieb der Urteilsverkündung fern. Seit Oktober des vergangenen Jahres boykottiert sie ihren Prozess, nachdem ein Gericht ihre Untersuchungshaft verlängert hatte. 

Die Südkoreaner hatten Park Ende 2012 als erste Frau ins Präsidentenamt des Landes gewählt. Die konservative Politikerin wurde im März des vergangenen Jahres als erstes demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt des Landes vom Verfassungsgericht des Amtes enthoben. Ihrer Absetzung waren monatelange Straßenproteste vorausgegangen. 

rb/sam (afp, ap, dpa, rtr)

Die Redaktion empfiehlt