2013 – 2018: Neuer Intendant – neue Ziele | 65 Jahre DW | 65 Jahre DW | DW | 02.05.2018
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65 Jahre DW

2013 – 2018: Neuer Intendant – neue Ziele

Am 1. Oktober 2013 nimmt Peter Limbourg seine Arbeit als neuer Intendant auf. Limbourg will insbesondere die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken und die DW zum globalen Informationsanbieter ausbauen. 

DW Sommerfest 2014 in Berlin (DW)

Programm stärken: Intendant Peter Limbourg mit DW-Moderatorin Pia Castro

2013 / Strukturreform 

Der 52-jährige Journalist Peter Limbourg, zuvor Informationsdirektor von ProSiebenSat.1, war im März vom 17-köpfigen Rundfunkrat mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Erik Bettermann gewählt worden. Bereits im November legt der neue DW-Intendant Reformpläne für die künftige Ausrichtung und Struktur des Senders vor, die  der Rundfunkrat einmütig begrüßt. 

Die Neuaufstellung hat zum Ziel, „journalistische Angebote aus einem Guss zu produzieren, die Kreativität und Freiräume der Programmmacher zu stärken und das Zusammenwachsen der Standorte zu fördern“, so Limbourg. Verbunden damit sind personelle Veränderungen. Im Zuge der Strukturreform wird Gerda Meuer alleinige Programmdirektorin.
Weiteres Ziel ist der Ausbau des Korrespondentennetzes. 

2014 / Weichenstellungen

Die Deutsche Welle setzt den Umbau zum globalen Informationsanbieter fort. Im Mittelpunkt stehen Veränderungen bei Sprachangeboten und TV-Magazinen sowie die Einführung neuer Kommentar- und Dialogformate.

Englisch soll zum journalistischen „Flaggschiff“ und somit zu einem international wettbewerbsfähigen Angebot ausgebaut werden. Die DW will ihre Potenziale in der Zielgruppe der globalen Entscheider und Teilnehmer am politischen Meinungsbildungsprozess ausschöpfen. Gleichzeitig wird der deutsche TV-Kanal klarer strukturiert und die Deutschkurse werden ausgebaut. 
Regional konzentriert sie sich auf Asien mit Afghanistan, China und Iran als Schwerpunkte, Afrika, die arabische Welt, Russland, Lateinamerika, die Türkei sowie europäische Krisenländer – etwa die Ukraine. 

Die Pläne sehen auch vor, die Kooperation mit ARD-Landesrundfunkanstalten, ZDF und Deutschlandradio zu intensivieren.  
Neue, auch mutige Formate werden gestartet – unter anderem erwirbt die DW Rechte an der politischen Satireshow des Ägypters Bassem Youssef, für Millionen arabischer Zuschauer jede Woche das TV-Highlight.

Im Dezember befasst sich der Deutsche Bundestag mit der DW-Aufgabenplanung 2014 bis 2017. Die Abgeordneten fordern die Bundesregierung auf, die notwendige und bedarfsgerechte Finanzierung der Deutschen Welle langfristig zu gewährleisten.

2015 / Freedom of Speech Award

Der in Saudi-Arabien inhaftierte Blogger Raif Badawi erhält den erstmals ausgelobten „Deutsche Welle Freedom of Speech Award“. Mit dem Preis ehrt die DW seither jährlich Menschen, die in herausragender Weise für das Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung stehen. Der Preis wird im Rahmen des Global Media Forum in Bonn überreicht. 

Die Onlineangebote der DW auf Chinesisch werden seit 2008 von chinesischen Behörden gesperrt – nun sind sie trotz staatlicher Zensur in China wieder leichter abrufbar. Eine Kooperation mit der Organisation „Greatfire“ eröffnet Nutzern ungehinderten Zugang zu den DW-Seiten. Im Rahmen ihres Engagements zum Beethovenfest Bonn vergibt die DW ihren Kompositionsauftrag an die chinesische Musikerin Zulan. Gemeinsam mit dem Bundesjugendorchester (BJO)  wird das Werk in Bonn uraufgeführt.

Die DW eröffnet ein Korrespondentenbüro in Kiew, Ukraine, um die Berichterstattung aus und über Mittel- und Osteuropa zu stärken. Seit Herbst 2014 hat die DW zudem einen eigenen Korrespondentenplatz in Lagos, Nigeria. Auch im Baltikum setzt die DW Akzente: Sie baut die Zusammenarbeit mit Partnersendern in Lettland, Litauen und Estland aus. 

Promiente Verstärkungen für die DW: Ines Pohl, langjährige Chefredakteurin der Tageszeitung taz, unterstützt ab Ende 2015 das Team im DW-Studio Washington. Die Tochter des im Februar in Moskau ermordeten russischen Politikers Boris Nemzow arbeitet künftig in der Russisch-Redaktion. Zudem startet die „Conflict Zone“, ein 1:1-Talkformat mit dem renommierten britischen Journalisten Tim Sebastian. Und Fußball-Weltmeister Thomas Berthold erhält eine englischsprachige Kolumne zur Bundesliga.

2016 / Größere Reichweite

Nach Zahlen der Markt- und Medienforschung der DW nutzen aktuell rund 135 Millionen Menschen weltweit mindestens einmal wöchentlich Angebote der Deutschen Welle. 2015 lag die wöchentliche Reichweite – die Messgröße für international präsente Medienunternehmen – bei 118 Millionen. 

Im Rahmen ihrer Angebote zu den Themen Flucht und Migration entwickelt die DW in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) einen speziellen Online-Deutschkurs. Das weltweit verfügbare Angebot ist mobil abrufbar und soll auch die Integration von Flüchtlingen und Migranten in Deutschland fördern. Zugleich bestätigt ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags, dass die Ausstrahlung des arabischsprachigen TV-Kanals der DW für Flüchtlinge in Europa und speziell in Deutschland im Einklang mit dem Deutsche-Welle-Gesetz steht.

Der Freedom of Speech Award geht 2016 an Sedat Ergin, Chefredakteur der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“.

Die gesellschaftskritische Satire-Show des in der arabischen Welt sehr populäre irakischen Comedian Ahmed Al-Basheer ist im arabischsprachigen Fernsehprogramm der DW zu sehen – online hat sie bisher bereits mehr als 30 Millionen Abrufe. Erfolgreich startet die DW zudem das Umweltmagazin „Eco@Africa“ als Koproduktion mit dem nigerianische Sender Channels TV. Und die prominente kubanische Bloggerin Yoani Sánchez thematisiert in einer Talksendung im spanischen TV-Programm Menschenrechtsverstöße in Lateinamerika. 

Jaafar Abdul Karim, Reporter Moderator von Shababtalk, erhält vom Medium Magazin die Auszeichnung „Journalist des Jahres“. Und Shababtalk, das ebenso populäre wie streitbare Format, wird zum wiederholten Mal als „Beste Arabische Talkshow“ ausgezeichnet – von der „Arab States Broadcasting Union“ (ASBU).

2017 / Bundestagswahl weltweit

Am 1. März übernimmt Ines Pohl die Chefredaktion der Deutschen Welle. Pohl kam 2015 von der „taz“ zur DW und war bis zur Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump Korrespondentin im Studio Washington. 

Der neue US-Präsident und sein Umgang mit den etablierten Medien – das ist einer der Gründe, weshalb die DW den Freedom of Speech Award (FOSA) an die White House Correspondents’ Association (WHCA) in Washington, D.C. vergibt. Intendant Peter Limbourg überreicht den Preis auf dem Global Media Forum im Juni in Bonn an Jeff Mason, den Präsidenten der WHCA. Auf der zehnten Ausgabe der DW-Medienkonferenz geht es Identity and Diversity. 

Jana Pareigis stellt in Berlin ihren Dokumentarfilm „Afro.Deutschland“ vor. Die Journalistin und TV-Moderatorin erzählt in der DW-Produktion die Geschichten schwarzer Menschen in Deutschland. 

Die neue Plattform „InfoMigrants“ bietet Informationen für Migranten und Flüchtlinge in drei Sprachen. Das Online-Projekt ist eine Kooperation von Deutsche Welle, France Médias Monde und der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Papst Franziskus übermittelte in einem persönlichen Brief an die Organisatoren seine „aufrichtige Wertschätzung für diese wichtige Initiative“. 

Auch auf Russisch bietet die DW jetzt politische Satire: „Zapovednik“ setzt sich kritisch mit internationaler Politik auseinander. 
In sechs Sprachen bietet die DW eine neue Debatten-Plattform für Afrikas Jugend: „The 77 percent“. Das DW-Projekt umfasst Angebote auf Social-Media-Kanälen, Diskussionssendungen im Radio, Townhall-Debatten vor Ort und eine TV-Reihe. 

Über 100 Live-Schalten mit rund 40 TV-Partnersendern in aller Welt: Die Berichterstattung der DW am Abend der Bundestagswahl im September findet ein starkes Medieninteresse rund um den Globus – nicht zuletzt in den Sozialen Medien. 

Die DW Akademie eröffnet ein Büro in Windhoek, Namibia. Deutschlands führende Organisation für internationale Medienentwicklung hat in Afrika witere Büros in Accra (Ghana) und Kampala (Uganda).

2018 / Zielmarke 210 Millionen

Die DW-Aufgabenplanung für die Jahre 2018 bis 2021 bekräftigt das Ziel, weltweit Meinungsfreiheit und Demokratie in Zeiten von Terror, Propaganda und Migration zu stärken. Darüber hinaus will die die DW Wirkung und Relevanz ihrer Angebote weiter steigern und so ihre Reichweite von derzeit 157 Millionen auf 210 Millionen wöchentliche Nutzerkontakte im Jahr 2021 erhöhen. 

Die DW weitet ihr Korrespondentennetz aus: Anfang des Jahres eröffnet der deutsche Auslandssender in Istanbul ein Büro. Als weiterer Standort folgt die kolumbianische Hauptstadt Bogotá.

Vor 65 Jahren wurde die DW gegründet, um Menschen weltweit Zugang zu Nachrichten und Informationen in zahlreichen Sprachen zu verschaffen, den Dialog der Kulturen zu fördern und demokratische Werte zu vermitteln. Im Jubiläumsjahr geht die Initiative DW Freedom online (dw.com/freedom) – ein Projekt zur Stärkung und zum Schutz der Meinungs- und der Pressefreiheit weltweit.