2004: Die Hockeyspielerin Natascha Keller erzählt über Olympia | Sportgeschichten | DW | 30.07.2018
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Sportgeschichten

2004: Die Hockeyspielerin Natascha Keller erzählt über Olympia

"Es ist ein Traum, der jetzt in Erfüllung geht" - Natascha Keller bei den Olympischen Spielen in Athen

Deutschland Hockey Natascha Keller (picture-alliance/dpa)

Natascha Keller (2012)

Sie gewann alles, was es in dieser Sportart zu gewinnen gibt: unzählige Meistertitel mit der Nationalmannschaft und mit der Vereinsmannschaft, 1999 war sie Welt-Hockeyspielerin, daneben mehrfache Torschützenkönigin. Natascha Keller schrieb während ihrer aktiven Karriere auf dem Feld und in der  Halle Hockeygeschichte.

Zunächst Tennis

Das Licht der Welt erblickte Natascha Keller am 3.7.77 in Berlin. Sie wuchs in einer Familie mit langer Sporttradition auf. Nach dem Abitur am Berliner Schadow-Gymnasium absolvierte sie eine Ausbildung zur Grundschullehrerein, später studierte sie Betriebswirtschaft und schloss das Studium als Diplom-Betriebswirtin ab. Jedoch war es vor allem der Sport, der das Leben der jungen Natascha Keller bestimmte. Bereits im Alter von fünf Jahren begann sie mit dem Tennistraining und das nicht ohne Erfolg - viermal wurde sie Berliner Stadtmeisterin. Mit 14 Jahren kam nun die Wende: Natascha Keller widmete sich unter der Obhut ihres Vaters dem Hockeytraining. Damit setzte sie die langjährige Familientradition fort, denn bereits 1936 hatte ihr Großvater mit einer Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Berlin die "Hockey-Dynastie" gegründet. Auch ihr Vater und ihr Halbbruder zählten zu den Gewinnern einer Olympia-Medaille, und zwar in Gold.

Die Torjägerin

Frauenpower beim Hockey Weltcup in Australien (AP)

Natascha Keller beim Hockey Weltcup in Australien (2002)

Mit dem Berliner HC begann nun im Alter von 15 Jahren der Aufstieg von Natascha Keller in der Bundesliga, der zunächst mit einer Sensation iniziert wurde: die junge Spielerin schoss sich zur Bundesliga-Torschützenkönigin durch. 1994 wurde Natascha Keller in die Damennationalmannschaft berufen. Ihr erstes Spiel als Nationalspielerin absolvierte sie in einem Länderspiel gegen Niederlande, das die bundesdeutsche Auswahl mit 4:3 gewann. Bald folgten weitere Erfolge, wie etwa 1996 die Europameisterschaft der Juniorinnen. Dementsprechend hoch waren dann die Medaillenerwartungen der Nationalmannschaft an die Olympischen Spiele in Atlanta, jedoch sollten sie diesmal nicht in Erfüllung gehen. Die deutsche Mannschaft hatte sich lediglich den sechsten Platz erspielt.

Endlich Gold!

Damenhockey - Goldmedaille (AP)

Franziska Gude, Natascha Keller und Heike Laetzsch - Freude über die Goldmedaille in Athen (2004)

Weitere Jahre der Karriere von Natascha Keller waren vor allem von Erfolgen gekennzeichnet, 1999 wurde sie sogar zur Welt-Hockeyspielerin ernannt. Doch 2001 schien Natascha Keller erstmal ihre Karriere beenden zu wollen indem sie sich verstärkt ihrem BWL-Studium widmete. Dennoch war dieser Zustand nicht von langer Dauer. Natascha Keller war bald wieder auf dem Feld zu sehen und es folgten wieder Siege bei Europameisterschaften. Das Jahr 2004 war das Jahr der Olympischen Spiele in Athen und hier sollte auch der Wunsch von Natascha Keller, die sich inzwischen von einer Verletzung erholt hatte, endlich in Erfüllung gehen: die deutsche Damen-Nationalmannschaft gewann nach einem dramatischen Spiel gegen die hoch favorisierten Niederländerinnen die Goldmedaille. Damit zog sie mit ihrem Vater und ihrem Halbbruder gleich. Bei den Olympischen Spielen in London konnte sie diesen Erfolg allerdings nicht wiederholen. Im Jahr 2012 spielte sie ihr 400. Länderspiel und ein Jahr später beendete sie ihre aktive Karriere. Natascha Keller kann heute auf eine imposante Bilanz ihrer sportlichen Erfolge zurückblicken. Sie war Olympiasiegerin, vierfache Europameisterin, Siegerin der Champions Trophy 2006 und vielfache deutsche Meisterin.

Während der Olympischen Spiele in Athen erzählte Natascha Keller der DW von ihrer sportlichen Familie und von ihren Olympia-Erlebnissen.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Uta Hardes-Schmeißer

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